DLR Logo
Highlight 75
Ausgabe vom 22. Dezember 2000
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ganymed: Nicholson Regio in Stereo

Ganymed_Nicholson_Regio

3D_rb_glasses

Die Grenze zwischen dem hellen Gebiet Harpagia Sulcus und dem dunklen Gebiet Nicholson Regio ist hier in einem sogenannten Stereobild gezeigt. Durch eine rot-blaue Stereobrille betrachtet können damit dreidimensionale Strukturen sichtbar gemacht werden. Im linken Bildteil sind Details des rauhen, alten und stark bekraterten dunklen Gebiets zu sehen. Dagegen hebt sich das sehr glatte Gebiet von Harpagia Sulcus rechts davon stark ab. Im mittleren Teil des Bildes kommen Details des Grenzübergangs zum Vorschein.

Eine Abfolge von durch Tektonik entstandenen Steilhängen deformiert das dunkle Gebiet bei Annäherung an die Grenze. Im hellen Gebiet wird die Grenze durch einen tiefen Graben und einen flankierenden Bergrücken festgelegt. Diese neuen topographischen Daten weisen darauf hin, dass Dehnungsstörungen die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Gebiet markieren.

Norden zeigt im Bild nach oben, und die Sonne beleuchtet die Oberfläche von links. Die abgebildete Region, die bei 14 Grad südlicher Breite und 319 Grad westlicher Länge liegt, überdeckt eine Fläche von etwa 25x10 Kilometern. Die Auflösungen der beiden Datensätze betragen 20 Meter pro Bildelement bzw. 121 Meter pro Bildelement. Die höher aufgelösten Bilder wurden am 20. Mai 2000 um 10:13 UTC (Universalzeit) aus einer Entfernung von 1560 Kilometern durch die Solid State Imaging (SSI) Kamera an Bord der NASA-Sonde Galileo aufgenommen.

Das Bild wurde von Wissenschaftlern des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Berlin-Adlershof und von der Brown University in Providence (US-Bundesstaat Rhode Island) erstellt.

Am 16. Dezember 2000 wurde das hier gezeigte Highlight zusammen mit 12 weiteren Bildern vom Galileo-Team veröffentlicht. Wissenschaftler am Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des DLR sind als einzige nicht-amerikanische Gruppe am Kameraexperiment beteiligt. Die Auswertung der Daten erfolgt hauptsächlich in der Abteilung Planetengeologie des Fachbereichs Planetenerkundung in Berlin-Adlershof. Von besonderem Interesse ist die geologische Entwicklung und Altersbestimmung, aber auch die geochemische Zusammensetzung der vier großen Jupitermonde.


Autor: Tilmann Denk WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/075/index.shtml

Merkur

Venus

Mond

Mars

Jupiter

Saturn

Kleine Koerper

Kleinsatelliten

SOFIA

Kamerasysteme

Sonstiges
Copyright © 2006 Deutsches Zentrum für- und Raumfahrt (DLR). Alle Rechte vorbehalten.