![]() |
HIGHLIGHT DER WOCHE
|
||||||||||||||
Freitag, 05. Januar 2001 (KW 01/2001): Highlight Nr. 77Hintergrundinformationen zur totalen Mondfinsternis vom 09. Januar 2001In den Abendstunden des 9. Januar 2001 kann von Europa, Afrika und Amerika aus eine totale Mondfinsternis beobachtet werden. Die Termine zu den einzelnen Teilereignissen sind am Ende dieses Textes aufgelistet. Bei einer totalen Mondfinsternis taucht der Erdtrabant vollständig in den Schatten unseres Heimatplaneten ein. Da der Durchmesser der Erde das Vierfache des Monddurchmessers beträgt, ist ihr Schatten in Mondentfernung immer noch ungefähr dreimal größer als der Mond. Daher benötigt dieser einige Zeit zur Durchquerung des Schattens. Am 9. Januar sind es immerhin eine Stunde und 2 Minuten, in der sich der Mond durch den Kernschatten oberhalb dessen Mittelpunktes bewegt. Der Ein- und Austritt aus dem Halbschatten ist aufgrund der geringen Helligkeitsänderungen kaum beobachtbar. Eine deutliche Verfinsterung des Mondes tritt erst beim Eintritt in den Kernschatten der Erde ein. Anders als bei einer Sonnenfinsternis, die jeweils nur in einem Gebiet innerhalb eines langen, schmalen Streifens auf der Erdoberfläche beobachtet werden kann, ist eine Mondfinsternis überall dort zu sehen, wo der Erdtrabant zu dieser Zeit über dem Horizont steht, nämlich auf dem halben Erdball. Da bei einer Mondfinsternis Sonne, Erde und Mond in einer Linie im Raum liegen, kann dieses Ereignis nur bei Vollmond stattfinden. Trotzdem lässt sich nicht bei jeden Mondumlauf ein solches Naturschauspiel beobachten. Der Grund dafür liegt in der Bahnmechanik des Erdtrabanten. Da die Ebenen der Erdbahn und der Mondbahn zueinander geneigt sind, kommt es nur dann zu einer Mondfinsternis, wenn der Erdtrabant sich bei Vollmond an einem der beiden Kreuzungspunkte befindet. In der modernen Wissenschaft spielen vor allem die Beobachtung des Oppositionseffektes und der Helligkeit wie auch Färbung des verfinsterten Mondes eine Rolle. Letzteres lässt Rückschlüsse auf die Verschmutzung der irdischen Hochatmosphäre zu. Bereits in der Antike wurden Mondfinsternisse zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. So zog der griechische Philosoph Aristoteles (4 Jh. v. Chr.) aus der Beobachtung der Form des Kernschattens den Schluss, dass die Erde eine Kugel sein müsse. Aufgrund ähnlicher Beobachtungen konnte Aristarch (3. Jh. v. Chr.) die relative Größe von Erde und Mond zueinander schätzen. Noch einen Schritt weiter ging Hipparkos (2. Jh. v. Chr.), der die Zeitunterschiede bei der Beobachtung einer Mondfinsternis an verschiedenen Orten nutzte, um die Längendifferenz dieser Orte zueinander zu bestimmen. Die Tatsache, dass sich Mond- wie auch Sonnenfinsternisse in regelmäßigen Abständen wiederholen, war bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. chaldäischen Astronomen bekannt. Ablauf der totalen Mondfinsternis am Dienstag, dem 9. Januar 2001 (Uhrzeiten als MEZ):
|
| Autor: Wilfried Tost, René Laufer WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost, René Laufer | ||||||||||||
| Letzte Änderung: Wednesday, 08-Nov-2006 09:06:14 CET | ||||||||||||
|