|
Highlight 113
|
Ausgabe vom 28. September 2001
|
|
Ein Kometenkern aus Nah und Fern
Das große Bild zeigt eine der ersten Teleskop-Aufnahmen vom Kometen Borrelly nach dem erfolgreichen Vorbeiflug der Raumsonde DS1 am 23. September 2001, 0:30 MESZ. Die Aufnahme entstand kurz vor Sonnenaufgang am Observatorium Hoher List bei Bonn. Der Kometenkern wird durch die "Koma" (Hülle) und "Jets" (Eruptionsfontänen) aus Gas und Staub, überstrahlt. Das kleine Bild unten links zeigt eine Vergrößerung des kernnahen Bereichs. Das Bild oben rechts zeigt den Kometenkern, so wie ihn die Raumsonde DS1 (Deep Space 1) beim Vorbeiflug, aus nur 2200 km Entfernung gesehen hat. Auf der Oberfläche des etwa 4 x 8 km großen Kerns lassen sich Details mit einer Größe von bis zu 50 m erkennen. Der Kern weist deutlich helle und dunkle Muster auf, ein Zeichen dafür, daß die Oberfläche nicht einförmig ist, sondern offensichtlich mit Materialien bedeckt ist, die unterschiedliche physikalische Eigenschaften und/oder stoffliche Zusammensetzungen besitzen. Zeitgleiche Beobachtungen des Kometen von der Raumsonde und durch Teleskope auf der Erde stellen eine wichtige Kombination von Daten dar. Der Vergleich beider Datensätze kann Zusammenhänge zwischen Phänomen auf der Kometenoberfläche und den großräumigen Strukturen in der Staubhülle des Kometen aufzeigen. Observatorien in Europa waren in geographisch günstiger Position, um Beobachtungen durchzuführen. Amerikanische Teleskope dagegen befanden sich zum Zeitpunkt des Vorbeiflugs im Tageslicht. Dieses Highlight der Woche stammt von Dr. Jürgen Oberst aus der Abteilung Planetengeologie. Dr. Oberst ist Leiter des DLR DS1 Teams und Mitglied im "DS1 Science Team" am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena. Das Teleskop-Bild entstand in Zusammenarbeit zwischen den DLR-Astronomen Dr. Heike Rauer und Jörn Helbert, sowie Astronomen der Universitäten Bonn und Bochum. Autor: Dr. Jürgen Oberst WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/113/index.shtml |
|