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Ausgabe vom 05. Oktober 2001
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Heiße Vulkane auf Io

Heisse Vulkane auf Io

Auf der linken Seite ist ein farbkodiertes Bild im infraroten Licht zu sehen. Es zeigt die von vielen heißen Vulkanen übersäte Oberfläche des Jupitermondes Io, wie sie von der NASA-Raumsonde Galileo am 6. August 2001 gesehen wurde. Im Bild ist auch ein sehr heller, heißer Fleck (Hot spot) enthalten, der bisher noch nie beobachtet wurde.

Der mit einem Pfeil markierte helle Fleck ist der neue "hot spot", der sich hoch im Norden von Io befindet. Von hier geht eine weit ins All hinausreichende vulkanische Eruptionsfontäne aus, die in den neuesten Bildern der Galileo-Kamera entdeckt wurde. Das Plasma-Instrument der Raumsonde fing einige der schneeflockenartigen Partikel aus zusammengeklumpten Schwefeldioxid-Molekülen auf, die aus dieser Fontäne stammen.

Zwei Stunden, nachdem das Raumschiff die Oberfläche von Io in 194 km Höhe passiert hatte, nahm Galileo's Infrarot-Spektrometer "NIMS" dieses Bild auf, auf dem die Scheibe des Mondes zum größten Teil von der Sonne beschienen ist. Das Bild zeigt die Oberfläche bei einer Wellenlänge von 4,4 Mikrometer; hier kann man die Hitze von Io's vulkanischen Eruptionen sehr gut erkennen. Zum Vergleich ist auf der rechten Seite ein früheres Bild von Galileo im sichtbaren Licht gegenübergestellt. Damit können die Orte, die als heiße Stellen erkannt worden sind, mit geologischen Strukturen verglichen werden.

Viele der heißen Stellen erscheinen im Infrarot-Bild als helle Gebiete, wobei von Gelb über Rot nach Weiß die Intensität der Wärme ansteigt. Die durch einen Pfeil gekennzeichnete hellste Stelle auf der Nordhalbkugel war zum Aufnahmezeitpunkt so heiß, dass einige Pixel in der Aufnahme gesättigt wurden und daher in schwarzer Farbe dargestellt sind. - An dieser Stelle der Io-Oberfläche wurde zuvor noch nie ein Vulkan beobachtet. Io besitzt 108 bekannte hot spots, von denen allein 10 in dieser Aufnahme entdeckt wurden. Die meisten der Neuentdeckungen sind zu schwach, um in diesem Übersichtsbild gesehen werden zu können, aber man erkennt ihre Wärmesignaturen, wenn man ihre Positionen mit weiteren Infrarot-Daten in anderen Wellenlängen verknüpft.

Wissenschaftler am Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des DLR sind als einzige nicht-amerikanische Gruppe am Kameraexperiment der Mission Galileo beteiligt. Die Auswertung der Daten erfolgt hauptsächlich in der Abteilung Planetengeologie. Von besonderem Interesse ist die geologische Entwicklung und Altersbestimmung, aber auch die geochemische Zusammensetzung der vier großen Jupitermonde.


Autor: Tilmann Denk WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/114/index.shtml

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