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Ausgabe vom 26. Juni 2007
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

COROT entdeckt seinen ersten extrasolaren Planeten


Lichtkurve von COROT-Exo-1b
Links: Corot / Rechts: BEST
Bilder: DLR

Anfang Mai 2007 wurde die Entdeckung des ersten Planeten mit dem Weltraumteleskop COROT bekannt gegeben: COROT-Exo-1b ist ein heißer, Jupiter-ähnlicher Planet, der in nur 1,5 Tage seinen Stern umkreist. Sein Radius liegt zwischen 1,5 und 1,8 Jupiterradien. Durch spektroskopische Messungen mit erdgebundenen Teleskopen konnte eine Masse von bis zu 1,3 Jupitermassen bestimmt werden. Der Zentralstern ist der Sonne ähnlich und etwa 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Durch Messungen der Helligkeit der Sterne im COROT-Zielfeld konnte das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Südfrankreich betriebene Teleskopsystem BEST (Berlin Exoplanet Search Telescope) zur sicheren Identifikation des ersten von COROT gefundenen Planeten COROT-Exo-1b beitragen. Dabei wurden mögliche Störanteile zur gemessenen Sternhelligkeit von benachbarten Sternen ausgeschlossen.

Im Archiv der Best-Messdaten zeigte sich, dass dieser extrasolare Planet schon einmal im Dezember 2006 beobachtet wurde. Eine Identifikation war aber nicht möglich, da nur eine Hälfte der Transitlichtkurve aufgezeichnet wurde. Solche Archivdaten und nachfolgende Bodenmessungen erweitern die Zeitbasis der COROT-Planeten und erleichtern die wissenschaftliche Interpretation. Allerdings ist die Qualität der bodengebundenen Messungen wegen der unvermeidbaren atmosphärischen Störungen mit BEST deutlich schlechter als die mit COROT. Die Messkurven zeigen deutlich, warum man einen Planeten von der Größe der Erde nur vom Weltraum und nicht vom Boden aus nachweisen kann.

Die Mission COROT hat zwei wissenschaftliche Ziele: Zum einen soll das Teleskop das Innere der Sterne vermessen (Astroseismologie), zum anderen soll es extrasolare Planeten in ausgewählten Sternfeldern der Milchstraße auffinden. Besonderes Augenmerk gilt dabei vor allem Gesteinsplaneten, deren Durchmesser in etwa dem der Erde gleicht. Sowohl für die Astroseismologie als auch für die Planetensuche werden minimale Helligkeitsschwankungen eines Sterns registriert. Wenn sich ein Planet zwischen Stern und Beobachter schiebt, so verursacht er durch seinen Schatten eine Abnahme der Strahlungsintensität. Diese Helligkeitsschwankungen werden vom Teleskop erfasst und aufgezeichnet. Bei der Auswertung der Daten können anhand der charakteristischen Helligkeitskurven Rückschlüsse auf das Vorhandensein eines Planeten gezogen werden. Dieses Verfahren wird als Transitmethode bezeichnet.

Links:
Das Bild in höherer Auflösung: (JPG, 2370x1414 Pixel, 242 kB)

DLR Webseiten CoRoT: www.dlr.de/corot
DLR-Institut für Planetenforschung, Abteilung Extrasolare Planeten und Atmosphären

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Autor: Dr. Ruth Titz-Weider, WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/360/index.shtml

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