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Ausgabe vom 21. August 2007
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Sternschnuppen in Hülle und Fülle


Ein Summenbild von 20 Meteoren in reduzierten Differenzbildern
SPOSH-Kamera, DLR-Standort Neustrelitz, 13.08.2007, 00:30-01:00 MESZ
Bild: DLR

Wer Mitte August in den Weltraum schaut, kann dort den Meteorschauer der Perseiden beobachten. Wie schon im letzten Jahr hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof dieses Himmelsereignis mit eigenen Kameras beobachtet und wertet die Daten derzeit aus. Ziel ist es, die Verteilung der Teilchen innerhalb des Meteorstromes zu bestimmen und ihre Geschwindigkeiten und Flugbahnen zu erfassen.

Anders als im letzten Jahr, als die meisten Beobachtungsstationen unter ausgedehnten Wolkenfronten lagen, gab es 2007 mehrere gute Beobachtungsperioden für alle beteiligten Stationen. Die Rohdaten von ca. 80.000 Aufnahmen der sechs beteiligten Kameras umfassen gute 200 GB Bildmaterial - die Datenauswertung wird daher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ein besonderes Ziel liegt darin, Meteore ausfindig zu machen, die von Kameras an unterschiedlichen Stationen aufgezeichnet wurden. Aus diesen Bildern mit unterschiedlicher Blickrichtung kann man die Bahn des Meteors in der Atmosphäre bestimmen. Erste Stichproben und Hochrechnungen zeigen, dass sich in den Daten einige hundert Meteore befinden müssen, was sich mit den visuellen Beobachtungen deckt, die parallel zu den Kameras stattfanden. Damit erhöht sich die Chance, geeignete Doppelsichtungen erfasst zu haben. Allein an der Station Gahberg wurden in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2007 mit bloßem Auge über 500 Sternschnuppen gesichtet. Auch die darauf folgende Nacht war reich an Sternschnuppen. Bemerkenswert waren kurzfristige Häufungen, gefolgt von längeren Pausen. Ungewöhnlich war die relativ große Anzahl von hellen Meteoren (Feuerkugeln).

Von den sechs beteiligten Kameras kamen drei in der Umgebung von Berlin zum Einsatz. (Sternwarte Liebenhof sowie die DLR Standorte Berlin-Adlershof und Neustrelitz). Weitere Kameras befanden sich in Süddeutschland an der Fundamentalstation Wettzell und in der Sternwarte Gahberg und Kanzelhöhe in Österreich.

Für die Kampagne wurden vier Superweitwinkel-Kameras (SPOSH) benutzt, die ursprünglich für den Weltraumeinsatz gebaut wurden. Mit ihr sollen Meteore in den Atmosphären von Erde, Mars und Venus nachgewiesen werden; auch die Detektion von Einschlagblitzen auf dem atmosphärelosen Mond ist damit vorgesehen. Der "Smart Panoramic Optical Sensor Head" (SPOSH) ist in der Lage, die kurzlebigen Meteore in einem Gesichtsfeld von rund 120 Grad mal 120 Grad zu erfassen. Alle zwei Sekunden wird ein neues Bild aufgenommen. Mittels einer schnell rotierenden Blende, welche die Leuchtspuren auf den Aufnahmen periodisch unterbricht, kann die Geschwindigkeit der Meteore abgeleitet werden. Die schwächsten mit der SPOSH-Kamera noch nachzuweisenden Sternschnuppen entsprechen in ihrer Helligkeit den mit bloßem Auge gerade noch sichtbaren Sternen (6. Größenklasse).

Neben dem Institut für Planetenforschung waren das Institut für Weltraumforschung an der Universität Graz, die Technische Universität Berlin, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau, sowie eine Forschergruppe der ESA (European Space Agency) aus Noordwijk beteiligt. Die Kampagne wurde dankenswerterweise auch durch das hoch motivierte Personal an den Sternwarten und Standorten Gahberg, Kanzelhöhe, Liebenhof und Wettzell unterstützt.

Links:
Das Bild in höherer Auflösung: (JPG, 1024x1024 Pixel, 137 kB)

Informationen zur SPOSH-Kamera

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Autor: Wilfried Tost, WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/363/index.shtml

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