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Highlight 392
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Ausgabe vom 20. Mai 2008
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Offizieller Atlas für den Saturnmond Dione
Eine Gruppe von Wissenschaftlern am DLR-Institut für Planetenforschung hat in Kooperation mit der Freien Universität Berlin einen vollständigen Atlas des Saturnmondes Dione zusammengestellt. Alle verwendeten Namen auf Dione sind von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) akzeptiert worden und der Atlas gilt damit als Standardwerk. Es ist bereits das dritte globale kartographische Gesamtwerk von den Eismonden des Saturns. Zuvor hatte die DLR-Gruppe bereits Atlanten für den geologisch aktiven Mond Enceladus und den unregelmäßig geformten Trabanten Phoebe erzeugt. Für den Dione-Atlas standen 449 hoch auflösende Bilder der Raumsonde Cassini zur Verfügung. Für den Nordpol wurde zusätzlich ein einzelnes Bild der Raumsonde Voyager-1 verwendet, da dieser in den letzten vier Jahren ständig im Schatten lag. Aus diesen Bildern wurde zunächst ein globales Bildmosaik zusammengesetzt, welches dann in 15 Einzelkarten mit einer jeweils geeigneten geometrischen Projektion aufgeteilt wurde. Der globale Atlas besitzt einen Maßstab von 1:1.000.000, womit ein Zentimeter auf den Karten in der Realität einer Entfernung von zehn Kilometern entspricht. Dione hat einen Durchmesser von 1.125 Kilometer und ist damit nach Titan, Rhea und Iapetus der viertgrößte Saturnmond. Die beiden nächsten Kartierprojekte für die DLR-Kartographen sind die Atlanten für die Monde Tethys und Iapetus Für Dione hat die Internationale Astronomische Union (IAU) den Kartografen vorgegeben, die Oberflächenmerkmale (Krater, Berge, Ebenen, Bruchstrukturen...) nach Gottheiten, Figuren oder bedeutenden Orten aus der griechisch-römischen Sage der Äneis zu benennen. Die vom römischen Dichter Vergil festgehaltene Geschichte beschreibt die Reise des trojanischen Helden Äneas, der sich aus dem brennenden Troja retten kann und nach einer langen Irrfahrt in Latium die Stadt Rom gründet. Die DLR-Kartographen wählten aus der Äneis zu den bereits existierenden 31 Bezeichnungen für Strukturen auf Dione weitere 45 Namen für Landschaftsmerkmale aus, die allesamt von der IAU akzeptiert wurden und damit Gültigkeit haben. Einzelne der 15 nummerierten Kartenblätter tragen diese neuen Namen, wie z.B. Aeneas (Blatt 2), Herbesus (3), Latinus (4), Clusium Fossae (5), Romulus (6), Lagus (7), Mezentius (8), Padua Chasmata (9), Eurotas Chasmata (10), Dido (11), Evander (12), Sabinus (13), Prytanis (14) und Aufidus Catena (15). Karten sind wichtig für weitere Missionsplanungen und dienen als Referenz für zukünftige Projekte der Planetenforschung. Durch einen Atlas existiert eine Grundlage für die geologische Beschreibung von Oberflächenstrukturen. So können Entfernungen zwischen zwei Punkten oder Lagebeziehungen einzelner Objekte vermessen und nachvollziehbar angegeben werden. Unter anderem ergibt sich daraus die Möglichkeit, die Durchmesser der zahlreichen Einschlagskrater genauestens zu erfassen und durch eine statistische Auswertung das Oberflächenalter von unterschiedlichen geologischen Einheiten zu bestimmen.
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Weitere Highlights der Woche zum Thema Saturn Autor: Dipl. Geol. Ulrich Köhler , Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/392/index.shtml |
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