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Highlight 496
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Ausgabe vom 11. Mai 2011
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Oberflächenmodell der Vorderseite des Mondes
Das hier präsentierte Digitale Oberflächenmodell (DOM) wurde am Institut für Planetenforschung des DLR, Berlin-Adlershof, aus Daten der US-amerikanischen Mission Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) am DLR berechnet. Das hier gezeigte Bild stellt einen verkleinerten Ausschnitt des GLD100 dar (s.u.) und zeigt die Vorderseite des Mondes, wie wir sie von der Erde aus sehen. Die jeweilige Höhe über dem durchschnittlichen Mondniveau von 1737,4 km ist durch Farben kodiert. Die Farbskala am rechten unteren Rand verknüpft die jeweiligen Höhen mit einer entsprechenden Farbe. Die höchste Stelle auf diesem Bild liegt 5950 m über dem mittleren Mondniveau während die tiefste Stelle bis 6530 m unter diese Marke reicht. Die auf normalen Fotografien als dunkle Gebiete sichtbaren Maria liegen generell etwas tiefer als das mittlere Niveau und sind deshalb in blauen und grünen Farben dargestellt. Die roten Farbtöne zeigen das Hochland des Mondes, die sich auf der Vorderseite von der Mitte bis in den Süden ziehen. Manche Krater zeichnen sich durch besonders tiefe "Löcher" ab. In der Vergrößerung, die sich durch "klicken" in das Bild ergibt, können schließlich auch Rillen und Berge ausgemacht werden. Die LRO-Sonde startete im Juni 2009 und umkreist den Mond seitdem in einer polaren Umlaufbahn in etwa 50 km Höhe. An Bord der Sonde befindet sich neben anderen wissenschaftlichen Instrumenten das LROC-Kamerasystem, das aus einer hochauflösenden Schmalwinkelkamera (LROC NAC, Narrow Angle Camera) und einer Weitwinkelkamera (LROC WAC, Wide Angle Camera) besteht. LROC WAC nimmt in jedem Orbit streifenweise in Nord-Süd-Richtung Bilddaten der Mondoberfläche mit einer Auflösung von ca. 75 m/Pixel auf. Die Bilddaten aus aufeinander folgenden Überflügen überlappen sich, so dass sich daraus Stereo-Datensätze ergeben, die die Wissenschaftler am DLR nutzen, um mit stereo-photogrammetrischen Methoden dreidimensionale Oberflächenbeschreibungen abzuleiten. Mittlerweile besteht der Gesamtdatensatz bereits aus mehr als 90.000 Stereo-Bildpaaren, wobei Daten, die innerhalb eines Monats (etwa ein Mond-"Tag") aufgenommen werden, jeweils nahezu die gesamte Mondoberfläche abdecken. Für Gebiete zwischen 80 Grad nördlicher und südlicher Breite werden aus den Daten so genannte Digitale Oberflächenmodelle (DOM) berechnet. Für die verbleibenden 10 Grad bis zu den Polen lassen sich keine guten Modelle berechnen, da dort die Beleuchtungsverhältnisse permanent schlecht und die Stereo-Winkel zwischen den beteiligten Bildern sehr gering sind. Die Rasterweite des finalen LROC WAC DOM, das im Sommer 2011 als nahezu globaler Datensatz veröffentlicht wird, beträgt 100 m (GLD100, Global Lunar DTM 100 m Raster). Die dargestellten Höhen weisen eine Genauigkeit von ca. 10-20 m auf. Die Farbdarstellung beschreibt Höhen über bzw. unterhalb einer mittleren Mondkugel mit einem Radius von 1737,4 km.
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Weitere Highlights der Woche zum Thema Mond Autor: Frank Scholten, Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/496/index.shtml |
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