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Highlight 499
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Ausgabe vom 01. Juni 2011
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Oberflächenmodell der Westseite des Mondes
Das hier präsentierte Digitale Oberflächenmodell (DOM) wurde am Institut für Planetenforschung des DLR, Berlin-Adlershof, aus Daten der US-amerikanischen Mission Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) am DLR berechnet. Das hier gezeigte Bild stellt einen verkleinerten Ausschnitt des GLD100 dar (s.u.) und zeigt die Nordseite des Mondes; die von der Erde aus sichtbare Vorderseite befindet sich in der unteren Bildhälfte, die Rückseite in der oberen Hälfte. Die jeweilige Höhe über dem durchschnittlichen Mondniveau von 1737,4 km ist durch Farben kodiert. Die Farbskala am rechten unteren Rand verknüpft die jeweiligen Höhen mit einer entsprechenden Farbe. Die höchste Stelle auf diesem Bild liegt 10760 m über dem mittleren Mondniveau während die tiefste Stelle bis 9090 m unter diese Marke reicht. Knapp unterhalb der Bildmitte ist das Orientale-Becken mit mehreren Ringwällen zu sehen. Von der Erde aus sehen wir hiervon nur die rechte Hälfte und auch diese nur stark verzerrt am Mondrand. Der 90. Längengrad verläuft genau durch den in dunkler blauer Farbe dargestellten Krater Kopff im inneren Ring. Der Durchmesser des Beckens beträgt ca. 900 km, wovon die inneren 300 km von Lava geflutet sind. Dieser tiefer liegende und ebene Kernbereich ist das Mare Orientale. Im Hochland der Mondrückseite sind anhand der Höhenfarben weitere große Becken zu erkennen, die jedoch allesamt nicht mit Lava gefüllt sind. Die vollständige Überflutung der Becken mit Lava ist ein typisches Merkmal der Mondvorderseite wegen ihrer gegenüber der Rückseite dünneren Kruste. Die gesamte rechte Bildhälfte zeigt die flachen Lavaebenen. Den größten Teil nimmt der riesige Oceanus Procellarum ein. Auf der 2 Uhr Position ist das Mare Imbrium zu erkennen, bei 4 Uhr das Mare Humorum und Teile des Mare Nubium. Am linken unteren Bildrand ist in tiefblauen Farben das Southpole-Aitken-Becken zu erkennen. Dieses ist das größte Einschlagbecken in unserem Sonnensystem. Die tiefsten Stellen reichen bis 9090 m unter das mittlere Mondniveau.Die LRO-Sonde startete im Juni 2009 und umkreist den Mond seitdem in einer polaren Umlaufbahn in etwa 50 km Höhe. An Bord der Sonde befindet sich neben anderen wissenschaftlichen Instrumenten das LROC-Kamerasystem, das aus einer hochauflösenden Schmalwinkelkamera (LROC NAC, Narrow Angle Camera) und einer Weitwinkelkamera (LROC WAC, Wide Angle Camera) besteht. LROC WAC nimmt in jedem Orbit streifenweise in Nord-Süd-Richtung Bilddaten der Mondoberfläche mit einer Auflösung von ca. 75 m/Pixel auf. Die Bilddaten aus aufeinander folgenden Überflügen überlappen sich, so dass sich daraus Stereo-Datensätze ergeben, die die Wissenschaftler am DLR nutzen, um mit stereo-photogrammetrischen Methoden dreidimensionale Oberflächenbeschreibungen abzuleiten. Mittlerweile besteht der Gesamtdatensatz bereits aus mehr als 90.000 Stereo-Bildpaaren, wobei Daten, die innerhalb eines Monats (etwa ein Mond-"Tag") aufgenommen werden, jeweils nahezu die gesamte Mondoberfläche abdecken. Für Gebiete zwischen 80 Grad nördlicher und südlicher Breite werden aus den Daten so genannte Digitale Oberflächenmodelle (DOM) berechnet. Für die verbleibenden 10 Grad bis zu den Polen lassen sich keine guten Modelle berechnen, da dort die Beleuchtungsverhältnisse permanent schlecht und die Stereo-Winkel zwischen den beteiligten Bildern sehr gering sind. Die Rasterweite des finalen LROC WAC DOM, das im Sommer 2011 als nahezu globaler Datensatz veröffentlicht wird, beträgt 100 m (GLD100, Global Lunar DTM 100 m Raster). Die dargestellten Höhen weisen eine Genauigkeit von ca. 10-20 m auf. Die Farbdarstellung beschreibt Höhen über bzw. unterhalb einer mittleren Mondkugel mit einem Radius von 1737,4 km.
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Weitere Highlights der Woche zum Thema Mond Autor: Frank Scholten, Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/499/index.shtml |
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