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Phoebe: ein eingefangener Komet

23. Juni 2004

Das Cassini Visible and Infrared Spectrometer (VIMS) Team konnte die Zusammensetzung des Saturnmodes Phoebe bestimmen und zeigen, dass es sich bei dem Mond um ein von Saturn eingefangenes Objekt aus dem hinter den Planeten liegenden Ursprungsregion der kurzperiodischen Kometen (Kuiper Belt) handelt.

Schon lange vermuten die Wissenschaftler, dass Phoebe nicht an derselben Stelle und aus demselben Material entstanden ist, wie Saturn und die meisten seiner Monde. Phoebe hat eine sehr ungewöhnliche Umlaufbahn um Saturn, mit einer starken Neigung gegenüber dem Äquator des Saturn, einer entgegen der Rotation des Saturn und seiner Umlaufrichtung verlaufenden Eigenrotation und Phoebe's Umlauf um Saturn bewegt sich entgegen der der anderen Monde. Doch wenn Phoebe nicht im Saturnsytem entstanden ist, woher kommt sie dann?

"Die VIMS-Daten zeigen, dass Phoebe's Oberfläche hauptsächlich aus Wassereis besteht, das mit Kohlendioxid, hydradisierten Mineralien wie etwa Lehm und Ton und einigen bisher noch nicht identifizierten Verbindungen vermischt ist" sagt Ralf Jaumann, VIMS-Team Member, DLR.

Dieses Material zeigt wenig Ähnlichkeit mit den zwischen Mars und Jupiter vorkommenden, meist aus Gestein bestehenden, Asteroiden. Vielmehr ist das Material das Phoebe aufbaut weit draußen im Sonnensystem entstanden, wo es kalt genug ist damit diese chemischen Verbindungen stabil sind.

"Eins der ersten überraschenden Ergebnisse der Cassini Mission ist die Entdeckung der chemischen Ähnlichkeit der Oberflächenmaterialien von Phoebe mit denen von Kometen. Dies belegt, dass Phoebe aus dem Kuiper Belt stammt und nicht aus dem Asteroidengürtel und damit zu dem ursprünglichsten Material im Sonnensystem gehört" sagt Robert Brown, VIMS-Team Leader, Univeristy of Tucson.

Kurzperiodische Kometen befinden sich zusammen mit anderem primitivem Material aus der Entstehungsphase des Sonnensystems weit hinter der Neptunbahn und können durch Neptuns Gravitation ins innere Sonnensystem geschleudert werden. Auf diesem Weg von weit draußen zur Sonne kam Phoebe dem Saturn zu Nahe und wurde von dessen Gravitationskraft auf seine ungewöhnliche Umlaufbahn gezwungen.

Der Vorbeiflug an dem äußersten Jupitermond Phoebe fand am 11. Juni 2004 statt. Das Raumschiff Cassini wir diesen Mond während ihrer 4-jährigen Reise durch das Saturnsystem nicht mehr besuchen.

Das Visusal and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) kann eine Oberfläche in 352 Farben vom sichtbaren Licht bis weit ins Infrarote gleichzeitig abbilden. Alle Materialien reflektieren Licht auf einzigartige Weise. So können Moleküle und Elementverbindungen durch die charakteristischen Farben die sie reflektieren oder absorbieren identifiziert werden. Damit ist es dem VIMS-Team gelungen in nur wenigen Tagen nach dem Vorbeiflug die Zusammensetzung von Phoebe zu bestimmen.

Wissenschaftler aus den USA, Deutschland, Frankreich und Italien arbeiten im VIMS-Team zusammen. Das VIMS-Team Center ist an der University of Arizona in Tucson Arizona.

Die Cassini-Huygens Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der italienischen Weltraumorganisation (ASI). Huygens ist die erste in Europa geplante und gebaute Sonde, die ins äussere Sonnensystem fliegt. Das Cassini-Team wird von Wissenschaftlern aus 19 verschiedenen Ländern gebildet.


Image credit/Copyright: NASA/JPL/University of Arizona


 
 
Autor: Ralf Jaumann WWW-Bearbeiter: Katrin Stephan  
Letzte Änderung: Thursday, 02-Dec-2004 16:03:40 CET