Auf der Titanoberfläche sind deutlich unterschiedliche Oberflächeneinheiten
zu erkennen, wie dieses erste globale, detailreiche Bild des Spektrometers VIMS (Visible and
Infrared Imaging Spectrometer) an Bord von Cassini eindrücklich zeigt. An diesem Experiment
besteht durch Dr. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für
Planetenforschung in Berlin-Adlershof
eine direkte wissenschaftliche Beteiligung.
Die Daten für dieses Bild wurden während dem Cassini-Nahvorbeiflug am 26. Oktober aus Entfernungen
zwischen 100 000 und 140 000 Kilometer aufgenommen, knapp zwei Stunden vor der größten Annäherung
von 1 200 km an den wolkenumhüllten Saturnmond. In dieser Darstellung sind die Aufzeichnungen aus
drei unterschiedlichen Infrarotfiltern zu sehen, nämlich in den Wellenlängen 2,0 Mikrometer
(tausendstel Millimeter), 2,7 Mikrometer und 5,0 Mikrometer, die dann in den Kanälen blau,
rot und grün für das menschliche Auge sichtbar gemacht wurden.
Über dem Südpol ist eine große Methanwolke in der Atmosphäre zu sehen; die grün dargestellte Aurora,
die den über fünftausend Kilometer großen Mond umgibt, zeigt feinste Methantröpfchen, so genannte
Aerosole in der Stratosphäre, die sich bis zu 200 Kilometer ins All erstreckt. Wie die
unterschiedlichen Einheiten auf der Oberfläche zu interpretieren sind, wird gegenwärtig vom VIMS-Team
an der Universität von Arizona in Tucson untersucht.
Der quadratische Ausschnitt zeigt grob, in welchem Gebiet am 14. Januar 2005 die europäische Landesonde
Huygens auf der Titanoberfläche niedergehen wird. Huygens wird am 25. Dezember von Cassini abgetrennt
werden und antriebslos auf einer ballistischen Flugbahn auf den Saturntrabanten zufliegen, in seine
Wolkenhülle eintauchen und von Fallschirmen gebremst auf Titan landen.
Die Cassini-Huygens Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der Europäischen
Weltraumorganisation (ESA) und der italienischen Weltraumorganisation (ASI).
Huygens ist die erste in Europa geplante und gebaute Sonde, die ins äussere Sonnensystem fliegt.
Das Cassini-Team wird von Wissenschaftlern aus 19 verschiedenen Ländern gebildet.