Institut für Planetenforschung
Missionsarchiv
Photojournal
DLR Home
Bestandskatalog

Forschung

Öffentlichkeitsarbeit

Über die RPIF

Links

Site Map
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  

Einführung

Die Erde ist der größte und schwerste der "inneren" Planeten des Sonnensystems, die man aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit unserem Heimatplaneten auch die "terrestrischen", die erdähnlichen Planeten nennt. Über 50 % ihrer Gesamtmasse entfallen auf die Erde. Im Vergleich mit den anderen erdähnlichen Körpern hat sich die Erde höchst differenziert entwickelt: Im Laufe von über 4 Milliarden Jahren brachte die Erde mehr Mineral- und Gesteinsvariationen hervor als alle anderen Planetennachbarn und sie ist vor allem auch deshalb einzigartig, weil sie alle notwendigen physikalisch-chemischen Voraussetzungen für eine längerfristig angelegte Existenz vielfältiger, entwicklungsfähiger und hochorganisierter Lebensformen bietet.

Die Erde umkreist die Sonne einmal in 365,24 Tagen in einem durchschnittlichen Abstand von 149,6 Millionen Kilometern mit einer mittleren Geschwindigkeit von 29,8 km/s. Die Ebene der Erdbahn nennt man Ekliptik. Die Schiefe der Erdachse zum Lot auf die Ekliptik ist Ursache der Jahreszeiten, die sich infolge der Präzession sehr langsam verschieben. Die Eigenrotation der Erde bewirkt den allseits bekannten Wechsel von Tag und Nacht, deren Länge jahreszeiten- und breitenabhängig ist. Das Zusammenspiel zwischen Erdrotation und Gravitationseinfluss von Sonne und Mond auf die Erde führt zu dem bekannten Gezeitenwechsel der Meere, dem auch Land- und Luftmassen unterliegen.

Der Aufbau der Erde ist relativ gut bekannt. Untersuchungen, wie sich Erdbebenwellen im Erdkörper ausbreiten, haben ergeben, dass die Erde einen knapp 6000 km dicken, innen festen, außen flüssigen Eisen-Nickel-Kern hat, über dem ein Mantel von gut 3000 km Dicke lagert. Der flüssige Teil des Kerns ist Ursache für das permanente, aber einem ständigen Wandel unterworfene Erdmagnetfeld. Im Erdzentrum herrschen eine Temperatur von über 6000 °C und ein Druck von mehreren Millionen Bar.

Über dem Erdmantel befindet sich die weniger als 100 km dicke dünne Erdkruste (Lithosphäre), die in sechs große Platten zerbrochen ist, auf denen gemäß dem Archimedischen Prinzip isostatisch die Kontinente "schwimmen", gleichsam wie Eisberge im Wasser. Alfred Wegener (1880-1930) erkannte anhand kontinentaler Küstenverläufe, kristalliner Sedimente und seltener Fossilien, dass sich die Kontinente in bestimmte Richtungen bewegen, mit einer Geschwindigkeit von einigen Zentimetern pro Jahr. Auf seinen Beobachtungen basieren die heutigen Modelle der Plattentektonik.

Da die Erdkruste eine geringere Dichte besitzt als der Erdmantel, gleiten die Lithosphärenplatten elastisch auf dem äußeren Mantel, angetrieben durch Konvektionsströme des oberen Erdmantels. Wo die Schollen auseinanderdriften, klaffen (meist submarine) Gräben auf, aus denen Magma emporsteigt (z.B. entlang des mittelatlantischen Rückens); wo sie aufeinander zulaufen oder aneinander vorbeidriften, sinken die Gesteine der Erdkruste an den sogenannten Subduktionszonen ins Erdinnere ab (z.B. Marianengraben), und es können sich, wenn auf diese Weise frontal zwei Kontinente näherrücken, hohe Gebirge bilden (z.B. Himalaja). Auf diese Weise wird die Erdkruste permanent erneuert, was sich auch darin widerspiegelt, dass der überwiegende Teil der heutigen Erdoberfläche jünger als 100 Millionen Jahre ist. Erst wenn der Zerfall radioaktiver Elemente im Erdinnern aufhört, wird sich die Erdkruste nicht mehr erneuern und der einebnenden Erosion durch Wind und Wasser völlig ausgeliefert sein.

71 % der Erdoberfäche sind von Wasser bedeckt. Diese ozeanischen Wassermassen sind in der Lage, große Mengen (Wärme)energie zu speichern und zeitlich verzögert wieder an Luft und Land abzugeben. Neben dem Wind trägt auch das Wasser erheblich zur Erosion der Erdoberfläche bei. In der Frühzeit der Erdgeschichte dürften auch gewaltige Meteoritenbombardements das Antlitz der Erde geprägt haben. Diskutiert wird seit einiger Zeit, ob nicht ein Großteil der ozeanischen Wassermassen von "abgestürzten" Kometen stammt. Auch ein anthropogen bedingter Treibhauseffekt mit einer Zunahme des Wasserdampf- und CO2-Gehaltes in der Atmosphäre hätte heutzutage die Kraft, irdische Landschaften schneller umzuformen, als sich Fauna und Flora anpassen können. Hier kann die Fernerkundung der Erde vom Weltraum aus wertvolle Daten für Langzeitprognosen zu Klimatrends liefern.

Die Masse der Erde reicht aus, dauerhaft eine Atmosphäre zu halten. Gegenwärtig enthält die "untere" Erdatmosphäre (Troposphäre) 78 % Stickstoff (N2), 21 % Sauerstoff (O2) und 1 % Argon; die restlichen Gase kommen lediglich in Spuren vor. Der lebenswichtige, freie Sauerstoff wurde und wird ausschließlich durch die Photosynthese der Pflanzen und Algen gebildet; würde diese global aussetzen, dann wäre der freie Sauerstoff nach etwa 300 Millionen Jahren wieder verschwunden und damit das chemische Gleichgewicht wieder hergestellt, wie es vor Beginn des Lebens der Fall war.

Die Troposphäre reicht bis in eine Höhe von 10 km; in ihr spielt sich das Wettergeschehen ab. An die Troposphäre schließen sich die Stratosphäre (bis 50 km), Mesosphäre (bis 80 km) und Thermosphäre (etwa gleich Ionosphäre und Suprasphäre bis ca. 800 km) an; ihr folgt die ultradünne Exosphäre. In der irdischen Stratosphäre wird das Ozon (O3) produziert, welches vor allem die irdischen Landbewohner vor der lebensfeindlichen UV-Strahlung der Sonne schützt und zur Zeit durch schädliche anthropogene Einflüsse insbesondere über den kalten Polgebieten schwindet.

 

Masse      5,974 x 1024 kg
Mittlerer Radius      6.371 km
Dichte      5,52 g/cm3
Rotationsperiode      23,93 Stunden
Orbitalperiode      365,24 Tage
Durchschnittliche Entfernung von der Sonne      1,495 x 108 km

 
© DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin 
Redaktion: Susanne Pieth 
WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier 
Erstellt: 01.09.1998
Letzte Änderung: 28.06.2016