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Projekte des Instituts für Planetenforschung

Die RPIF ist verpflichtet, im Rahmen von abgeschlossenen (Galileo, Mars Pathfinder, Deep Space 1), aktuellen (Mars Express, Venus Express, Cassini, Rosetta) und im Stadium der Vorbereitung befindlichen Weltraummissionen (ExoMars, Dawn, BepiColombo), an denen das Institut wissenschaftlich beteiligt ist, Daten zu archivieren und sie Interessenten und der Öffentlichkeit weltweit zur Verfügung zu stellen.

Das Projekt Galileo war das vielseitigste und zugleich komplizierteste unbemannte Raumfahrtunternehmen zur Erkundung des Jupiter und seiner Galileischen Monde. 1989 gestartet, lieferte der Orbiter – nach einer mehrjährigen Reise durch unser Sonnensystem – seit Juni 1996 faszinierende Aufnahmen des vulkanisch aktiven Mondes Io und der eisigen Trabanten Europa, Ganymed und Callisto. Mit Hilfe einer Atmosphären-Eintauchsonde, bereits Monate vor dem Eintreffen des Orbiters am Planeten abgekoppelt, wurde die chemische Zusammensetzung der Jupiteratmosphäre untersucht. Nach mehreren Verlängerungen ist die Mission im Juli 2003 beendet worden.

Mit Deep Space 1 (DS1) startete im Oktober 1998 die erste Mission im Rahmen des "New Millennium"-Programms der NASA. Ziel war nach einem Vorbeiflug am Asteroiden Braille die nähere Untersuchung des Kometen Borrelly. An Bord der Sonde befanden sich verschiedene raumfahrttechnische Experimente, die in der Praxis getestet wurden, unter anderem ein mit Sonnenenergie gespeister Ionenantrieb. Die Sonde war mit einer Kamera und einem Plasmaspektrometer ausgestattet, mit denen während der nominellen Missionsphase die Plasmaumgebung der Sonde sowie die Oberfläche des Asteroiden bzw. Kometen untersucht wurden.

Im Rahmen der Mars Pathfinder-Mission war das Institut an der wissenschaftlichen Auswertung der Bilddaten des Rovers beteiligt. So wurden die an der Landestelle des kleinen Marsrovers aufgenommenen stereoskopischen Aufnahmen zu photogrammetrischen Produkten verarbeitet. Außerdem wurden die Bilddaten multispektral analysiert.

Seit Juli 2004 erkundet die Mission Cassini den Planeten Saturn, sein Ringsystem, seine Magnetosphäre sowie seine Monde. 1997 gestartet, hat die Sonde nach mehreren Swing-by-Manövern sieben Jahre später den Planeten erreicht und wird Saturn bis Ende 2007 mindestens 75mal umkreisen. Mit an Bord war die europäische Eintauchsonde Huygens, die die Atmosphäre und Oberfläche des Saturnmondes Titan erkundet hat. Die nahen Vorbeiflüge an den Eismonden haben bereits spektakuläre Ergebnisse gebracht. Das Ringsystem wurde bereits zweimal in einer Lücke durchflogen und der wolkenverhüllte Titan aus nur 1.200 Kilometer Entfernung mit sämtlichen Fernerkundungsinstrumenten untersucht. Das DLR ist an mehreren Experimenten der Mission Cassini beteiligt, insbesondere am Spektrometer für das sichtbare Licht und das Infrarot (VIMS). Außerdem bestehen unmittelbare Beteiligungen am Cosmic Dust Analyzer und am Ultraviolett-Spektrometer sowie am Kameraexperiment ISS.

Die am 2. Juni 2003 gestartete europäische Mission Mars Express besteht aus einem Orbiter und einem Landemodul, dessen Aufsetzen auf der Oberfläche des Roten Planeten leider misslang. Diese Mission wurde nach dem Misserfolg der russischen Mars 96-Mission geplant, um einen Teil der für diese Mission entwickelten Instrumente zu nutzen und die gesetzten wissenschaftliche Ziele zu erreichen. So wird das zweite Flugmodell der am Institut ursprünglich für die russische Mars 96-Mission entwickelten High Resolution Stereo Camera (HRSC) eingesetzt, um damit die bedeutende Aufgabe der vollständigen Kartierung des Mars in hoher Auflösung fortzuführen. Die einzigartigen Fähigkeiten dieser Kamera werden nun seit Anfang 2004 am Mars erfolgreich unter Beweis gestellt.

Die europäische Mission Rosetta ist nach der Verschiebung des für Januar 2003 geplanten Starts nun am 2. März 2004 zum Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenko gestartet. Wie ursprünglich für den Kometen Wirtanen geplant, wird Rosetta im Jahre 2014 in einen Orbit um den Kometen eintreten und nach mehrmonatiger Erkundung des Kometenkerns den Lander Philae absetzen. Das Institut ist an verschiedenen Experimenten sowohl auf dem Orbiter als auch auf dem Lander beteiligt. Die Hauptbeteiligungen sind VIRTIS auf dem Orbiter und ROLIS und MUPUS auf dem Lander.

Mit DAWN startet im Juni 2007 eine Mission zu zwei völlig gegensätzlichen Asteroiden: 4 Vesta und 1 Ceres. Die Kamera an Bord der Sonde wurde auf der Basis der bereits für Mars Express und Rosetta eingesetzten Kameras am Institut zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entwickelt und liefert Aufnahmen in sieben Farben von Vesta und in drei Farben von Ceres. Mit an Bord ist mit einem italienischen Spektrometer ein weiteres europäisches Instrument. Mitte 2014 soll die Sonde bei Vesta ankommen und neun Monate den Asteroiden untersuchen. Nach weiteren drei Jahren Flug wird Asteroid Ceres für ein knappes Jahr das Untersuchungsziel sein.

Ab 2005 rücken die Planeten, die sich innerhalb der Erdumlaufbahn befinden, wieder verstärkt in den Blickpunkt der Forschung. Nach der 2004 gestarteten NASA-Mission Messenger zum Planeten Merkur (Ankunft: 2008) hat   die europäische Weltraumagentur mit dem Start von Venus Express am 9. Nov. 2005 die Erkundung des inneren Sonnensystems auf den etwa gleichgroßen Schwesterplaneten der Erde ausgedehnt. Die Sonde basiert auf dem Design der Mars Express-Mission. Zudem wurden einige Ersatzmodelle von Instrumenten der Missionen Mars Express und Rosetta für diese Mission adaptiert. Das Institut ist an diesem Projekt mit einer Kamera zur Erkundung der dichten Venusatmosphäre sowie am Spektrometer-Experiment beteiligt. Am 11. April 2006 trat Venus Express in den Orbit um den Planeten ein, um ihn für mindestens zwei Venus-Tage (ca. 500 Erd-Tage) zu untersuchen.

Schließlich soll in Ergänzung zum amerikanischen Messenger mit der europäischen BepiColombo-Mission die Kartierung und Erforschung des Merkur entscheidend vorangebracht werden. Diese Mission besteht aus zwei Komponenten, die als zwei einzelne Raumfahrzeuge den Planeten umkreisen werden. Der von der ESA gebaute Mercury Planetary Orbiter (MPO) soll die Oberflächenmerkmale erkunden, während der von der Japanischen Raumfahrtagentur (JAXA) gebaute Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO) das Magnetfeld und seine Wechselwirkung mit dem Sonnenwind erforschen soll. Das Institut wird federführend an einem Laser-Höhenmesser auf dem MPO beteiligt sein, das die Höhenunterschiede auf dem Planeten in hoher Genauigkeit erfassen soll. Das Raumschiff soll im August 2013 starten und nach 6 Jahren Flug den Merkur im August 2019 erreichen.

Die Daten aller dieser Projekte sowie zukünftiger Planetenmissionen werden in der RPIF entsprechend den Projektvorgaben archiviert und an die nationale und internationale Nutzergemeinde verteilt werden.

 
© DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin 
Redaktion: Susanne Pieth 
WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier 
Erstellt: 01.09.1998
Letzte Änderung: 07.06.2017