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Einführung

Seit alters her beobachtet man Schweifsterne (Kometen), die plötzlich und unerwartet am Himmel auftauchen und oft zu Furcht und Schrecken unter den Menschen führten. Erst mit Beginn der modernen Astrophysik und Planetenforschung wurden diese seltsamen Erscheinungen "entzaubert". Aristoteles siedelte diese haarförmigen leuchtenden Gebilde in den höchsten Schichten der irdischen Lufthülle an und hielt sie für Ausdünstungen. Erst Tycho Brahe konnte im Jahre 1577 anhand von Parallaxenmessungen zeigen, dass Kometen weiter als der Mond entfernt sein mussten. In der nachfolgenden Zeit dienten die imposanten, auffallend hellen Schweifsterne oft den Astronomen, ihre Bahnberechnungsmethoden analytisch zu verfeinern. Berühmte Mathematiker wie Gauß und Euler waren daran beteiligt.

Heute wissen wir, dass es sich bei den Kometen um kleine Körper von einigen 10 km Durchmesser handelt, deren ursprüngliche Heimat in den fernen Bereichen des Sonnensystems liegt, jenseits des bekannten Reiches der Planeten. In diesen sonnenfernen Bezirken in einem Abstand von vierzig- bis hunderttausend Astronomischen Einheiten vermutet man eine riesige sphärische Wolke von Milliarden Kometenkörpern, die sich extrem langsam um die Sonne bewegen. Geringfügige gravitative Bahnstörungen können den einen oder anderen Kometen auf eine Bahn Richtung Sonne ablenken, auf der dann seine gefrorenen Gasbestandteile allmählich auftauen, von seinem Kern abströmen und dabei Staubpartikel von seiner Oberfläche mitreißen.

Um den kleinen Kern herum entsteht so eine neblig-diffuse Kometenatmosphäre (Koma) von zehn- bis hunderttausend km Durchmesser, von der, wenn der Komet etwa die Marsbahn erreicht hat, ein auffallend heller Schweif ausgeht. Er ist stets der Sonne abgewandt und kann im Extremfall 2 Astronomischen Einheiten lang werden. Physikalisch unterteilt man den Schweif in einen Gas- und einen Staubschweif; letzterer fällt durch seine Krümmung auf. In der Koma und den Gasschweif der Kometen hat man spektroskopisch viele Moleküle nachgewiesen, die man auch vom interstellaren Medium her kennt. Zurecht nimmt man an, dass Kometen kleine, "unverdorbene" Überbleibsel aus der Frühzeit des Sonnensystems sind.

Kometen, die den großen Planeten, vor allem dem Jupiter, nahe kommen, ändern merklich ihre Bahnform und Umlaufszeit. Viele einst langperiodischen Kometen wurden auf diese Weise zu kurzperiodischen Kometen, die in wenigen Jahren die Sonne umlaufen. Dies hat zur Folge, das sie schneller "altern" und sich im Laufe der Zeit ihr Gas- und Staubvorrat erschöpft. Ob einige der bekannten Asteroiden "ausgebrannte" Kometen sind, ist derzeit eine aktuelle Frage in der Planetologie und Kometenforschung.

Mitunter zerfallen Kometen, insbesondere wenn sie der Sonne zu nahe kommen, und einige stürzen sogar in sie hinein. Der Zerfall eines Kometen hat zur Folge, dass sich seine Trümmer entlang seiner Bahn verteilen. Kreuzt die Erde diese Trümmerwolke, dringen die kleinen Partikel als Meteore in die Erdatmosphäre ein und verglühen. Viele bekannte Meteorschauer lassen sich auf zerfallene Kometen oder Kometenauströmungen zurückführen.

 

Allgemeines Bildmaterial

BildnummerBeschreibung
KA01Graphische Darstellung der kometaren Phänomene
KA02Graphische Darstellung der Bahnen verschiedener Kometen
KA03Graphische Darstellung der Orbits typischer Kometen
KA04Portrait von E. Halley
KA05Oortsche Wolke und Kuiper Belt, die Quellen von lang- und kurzperiodischen Kometen
 
© DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin 
Redaktion: Susanne Pieth 
WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier 
Erstellt: 01.09.1998
Letzte Änderung: 07.06.2017