Institut für Planetenforschung
Missionsarchiv
Photojournal
DLR Home
Bestandskatalog

Forschung

Öffentlichkeitsarbeit

Über die RPIF

Links

Site Map
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  

Einführung

Der Erdmond ist der kleinste der terrestrischen (erdähnlichen) Körper des inneren Sonnensystems. Die Oberfläche des Mondes ist in zwei Arten von Gebieten unterteilbar: 80% Hochland und 20% Maregebiete. Das Hochland hat eine hohe Albedo, strahlt also einen höheren Anteil des einfallenden Sonnenlichts ins All zurück als die deutlich weniger Sonnenlicht reflektierenden Mareoberflächen. Das Hochland ist auch mit wesentlich mehr Einschlagskrater übersät, woraus sich ein höheres Alter dieser Oberflächeneinheiten ableiten lässt. Die Maregebiete treten hauptsächlich auf der erdzugewandten Seite auf. Sie sind jünger als die Hochländer und sind das Ergebnis von riesigen Meteoriteneinschlägen, die durch basaltische Lava gefüllt wurden. Der Umstand, dass sich auf der Mondvorderseite mehr der großen Impaktbecken mit basaltischer Lava füllen konnten, ist darauf zurückzuführen, dass die Mondkruste auf der erdabgewandten Seite wesentlich dicker ist und so den Austritt von geschmolzenen Basalten aus dem Mondmantel verhinderte.

Die Entwicklung des Mondes war schon relativ früh abgeschlossen. Vermutlich entstand der Erdbegleiter, als vor 4,3 bis 4,5 Mrd. Jahren ein planetarer Körper etwa von der Größe des Mars mit der noch jungen, aber schon in Kruste, Mantel und Kern differenzierten Erde kollidierte. Die ins All geschleuderten Massen sammelten sich schwerkraftbedingt in einer die Erde umgebenden Scheibe aus Staub und Gesteinspartikeln, aus der der Mond kondensierte. Bald bildete der neue Trabant der Erde eine frühe anorthositische, d.h. feldspatreiche Silikatkruste auf einem noch geschmolzenen Mantel. Häufige und sehr heftige Einschläge von Meteoriten und Asteroiden in der Folgezeit zernarbten das Antlitz des Mondes.

Die größten Einschläge drangen so tief in die Kruste ein, dass dadurch basaltische Laven aufsteigen und an der Oberfläche austreten konnten. In wenigen hundert Millionen Jahren füllten sich die riesigen Einschlagsbecken mit den gegenüber den Hochlandgesteinen silikat-ärmeren und daher dunkleren Basalten. Beobachter auf der Erde vermuteten in den dunklen Flächen mit Wasser gefüllte Meere, und so erklärt es sich, dass Einschlagsbecken noch heute als "Meere" bezeichnet werden, wie das Mare Imbrium, das Mare Serenitatis oder gar der Oceanus Procellarum.

Diese Entwicklung war vor etwa 3 Mrd. Jahren abgeschlossen; seither ist der Mond ein weitgehend geologisch "toter" Körper, der infolge seiner geringen Anziehungskraft keine Atmosphäre aus leichten Gasmolekülen an sich binden konnte, keine größeren Wassermengen beherbergt und auch kein Leben aufweist. Allerdings legen Daten der in den Jahren 1997 bis 1999 den Mond umkreisenden Sonde Lunar Prospektor den Schluss nahe, dass sich in tiefen, permanent abgeschatteten Kratern an den Polen Spuren von Wasser identifizieren lassen, die vermutlich kometaren Ursprungs sind.

Bis heute ist der Mond der einzige terrestrische Körper, der neben einer Vielzahl von Sonden auch durch den Menschen direkt untersucht werden konnte. In den Jahren 1969 bis 1971 besuchten 12 Astronauten der Apollo-Missionen den Mond und brachten ca. 382 kg Proben unterschiedlicher Gesteine zur Erde zurück. Die Mondproben mit ihrem meist hohen Alter (> 3 Mrd. Jahre) und ihrem sehr detailliert untersuchten Chemismus ermöglichen uns einen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte des Erde-Mond-Systems. Sie sind für ein besseres Verständnis der Evolution des Sonnensystems von großer Bedeutung.


Masse      7,3483 x 1022 kg
Radius      1.737,4 km
Dichte      3,341 g/cm3
Rotationsperiode      27,3 Tage
Orbitalperiode      27,3 Tage
Durchschnittliche Entfernung von der Erde      384.400 km


Karten

Aufgrund des umfangreichen Kartenmaterials vom Mond bieten wir Ihnen diesen Teil unseres Bestandsverzeichnisses als PDF-Datei zum Herunterladen an.

  Mond-Karten   (Größe: 76 kB)

 

 
© DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin 
Redaktion: Susanne Pieth 
WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier 
Erstellt: 01.09.1998
Letzte Änderung: 28.06.2016