Institut für Planetenforschung
Missionsarchiv
Photojournal
DLR Home
Bestandskatalog

Forschung

Öffentlichkeitsarbeit

Über die RPIF

Links

Site Map
 
 
 
   
   
   
   
   
   
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  

Einführung

Neptun ist der äußerste der Riesenplaneten. Erst 1846 wurde der Planet aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Bahnbewegung des Uranus von Galle und d'Arrest entdeckt. Vermutlich hat schon Galilei den Planeten 233 Jahre zuvor gesehen, ohne ihn aber als "Wandelstern" erkannt zu haben. Wie die anderen großen Planeten besitzt auch Neptun Monde und ein Ringsystem. Wegen der großen Distanz zur Erde und der langsamen Bahnbewegung verweilt Neptun für den irdischen Beobachter scheinbar recht lange in ein und demselben Sternbild.

Fast 165 Jahre benötigt Neptun für einen Lauf um die Sonne. Er ist 30 Astronomische Einheiten von ihr entfernt und empfängt demzufolge pro Flächeneinheit nur 1/900 der Sonnenenergie, die auf die Erde fällt. Dennoch hat man beim Voyager 2-Vorbeiflug in seiner Atmosphäre die höchsten Windgeschwindigkeiten, die man je bei einem Planeten gemessen hat, registriert – 560 m/sec oder 2060 km/h. Der Planet scheint noch über andere Energiequellen als die reine Sonnenenergie zu verfügen, denn, wie man feststellte, strahlt er 2,7 mal mehr Energie ab, als er von der Sonne empfängt.

Von den Bildern der Voyager 2-Sonde her kennt man Neptun als eine ästhetische, leuchtend blaue Kugel mit einem großen und kleinen dunklen Fleck sowie auffallend hellen Strukturen und Cirruswolken in der hohen Atmosphäre. Der Planet selber hat einen Durchmesser von 49.528 km und hätte in seinem Innern Platz für 60 Erdkugeln.

Auch hat er eine etwas höhere Dichte als die anderen Riesenplaneten. Eine Annahme ist, dass er während seiner Entstehung eine große Menge an Wasser, Methan und Ammoniak aufgenommen hat und alles zu einem Eiskern kondensierte. Die Atmosphäre besteht vorwiegend aus molekularem Wasserstoff mit einem wahrscheinlichen Heliumanteil von 10-15 Prozent sowie Spuren von Methan und Äthan. In der Atmosphäre lassen sich veränderliche helle Wolken und verbreitet Dunst beobachten. Beim Großen Blauen oder Dunklen Fleck handelt es sich um einen großen atmosphärischen Wirbel, der aber nach den jüngsten Beobachtungen des Hubble Space Telescope keineswegs so langlebig ist wie sein permanent anwesender "Bruder", der Große Rote Fleck auf Jupiter.

Neptun rotiert in etwas mehr als 16 Stunden einmal um seine Achse. Magnetfeld- und Rotationsachse schließen einen Winkel von 47° ein; zudem ist das Magnetfeld um 0,4 Planetenradien gegen das Planetenzentrum versetzt, was alles in allem zu komplizierten Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind führt.

Seit man 1984 erstmals Ringbögen um Neptun entdeckt hatte, glaubte man, dass auch Neptun ein Ringsystem besitzt. In der Tat fanden die Kameraaugen von Voyager 2 zwei schmale, vollständige, scharf begrenzte Hauptringe mit Radien von 63.000 bzw. 53.000 km und einer Breite von jeweils 10-15 km. Darüber hinaus konnte man noch 2-3 schwächere Ringe entdecken, die breiter sind und vermutlich aus kleineren, schlecht reflektierenden Teilchen bestehen.

 


Masse   1,024 x 1026 kg
Radius   24.764 km
Dichte   1,76 g/cm3
Rotationsperiode   16,11 h
Orbitalperiode   164,79 Jahre
Durchschnittliche Entfernung von der Sonne   4,498 x 109 km

 

Die Neptunmonde

Neptun hat 13 Monde, von denen Triton und Nereide schon vor dem Vorbeiflug von Voyager 2 an Neptun bekannt waren.

Triton ist der größte Mond des Neptun. Er besitzt eine sehr dünne Atmosphäre aus Stickstoff und Methan. Triton hat eine sehr komplexe Oberfläche mit relativ wenigen Einschlagkratern. Es gibt mehrere große Becken, die wahrscheinlich aus Einschlagkratern gebildet wurden. Außerdem findet man einige flache dunkle Gebiete mit hellen Rändern. Die Südpolkappe ist wahrscheinlich mit gefrorenem Stickstoff und Methan bedeckt.

Nereide ist der kleinere und äußere der beiden schon länger bekannten Monde. Er hat eine sehr elliptische Bahn. Nereide konnte von Voyager nicht aus der Nähe beobachtet werden. Man nimmt aufgrund der beobachteten Lichtkurvenschwankungen an, dass der Satellit nicht kugelförmig ist, sondern langgestreckt, oder dass seine Oberfläche aus Materialien unterschiedlicher Albedo besteht.

Die von Voyager 2 entdeckten Monde tragen die folgenden Namen: Naiad, Thalassa, Despina, Galatea, Larissa und Proteus. Hinzugekommen sind die erst jüngst entdeckten Monde Halimede, Psamathe, Sao, Laomedeia und Neso.

 


Triton  Masse 2,14 x 1022 kg
Dichte2,07 g/cm3
Radius 1.352 km
Orbitalperiode 5,877 Tage
Durchschnittliche Entfernung vom Neptun 354.760 km

Nereide Masse 2 x 1019 kg
Dichtenicht bekannt
Radius 170 km
Orbitalperiode 360,14 Tage
Durchschnittliche Entfernung vom Neptun 5.513.400 km


Spacecraft-Missionen

Voyager 2 20. Aug. 1977 Vorbeiflug an Neptun im Aug. 1989; Aufnahmen von Neptun und seinen Monden


Kataloge und Dokumentationen

Voyager at Neptun: 1989.
NASA/JPL, 1989.

Bergstralh, Jay T. (Ed.):
Uranus and Neptune: Proceedings of a workshop held in Pasadena, CA, Feb. 6-8, 1984.
NASA, 1984. - ( NASA CP-2330)
 

 
© DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin 
Redaktion: Susanne Pieth 
WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier 
Erstellt: 01.09.1998
Letzte Änderung: 28.02.2017