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Blick auf den Norden der Region Deuteronilus Mensae (MEX-H19-036)

In der Übergangszone ragen einzelne, bis zu 30 Kilometer große Tafelberge (Mensae) als „Zeugenberge“ aus der Ebene des weiter südlich (links) gelegenen Marshochlandes heraus. Deuteronilus Mensae ist eine für diese ‚Dichotomiegrenze‘ auf dem Mars sehr typische Region. Die etwa 2.000 Meter hohen Zeugenberge zeigen, dass sich das Marshochland ursprünglich weiter nach Norden erstreckte, aber durch Erosionsprozesse zu großen Teilen abgetragen wurde: Das Eis von Gletschern, aber auch fließendes Wasser, transportierten das Hochlandmaterial nach Norden in die Tiefebenen. Die Spuren der Vergletscherungen sind als verschiedenartige Linienstrukturen besonders gut zwischen den Tafelbergen zu sehen.
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin – CC BY-SA 3.0 IGO. Mehr Info
 

3D-Ansicht des nördlichen Teils von Deuteronilus Mensae (MEX-H19-037)

Aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal (des vom DLR betriebenen Kamerasystems HRSC auf der ESA-Sonde Mars Express) und einem der vier schräg blickenden Stereokanäle lassen sich sogenannte Anaglyphenbilder erzeugen. Sie ermöglichen bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Blick auf die Landschaft. Norden liegt im Bild rechts. Die markant aus der Ebene herausragenden Tafelberge, die bei der Erosion des südlichen Hochlands als „Zeugenberge“ in der nördlichen Tiefebene erhalten geblieben sind, haben eine Höhe von etwa 2.000 Metern. Durch die hohe Bildauflösung von 13 Metern pro Pixel kann man sogr auf den abgelagerten Sedimenten zwischen den Tafelbergen Strukturen. Diese lassen Rückschlüsse auf glaziale Erosionsprozesse zu.


Quelle: ESA/DLR/FU Berlin – CC BY-SA 3.0 IGO. Mehr Info
 

Topographische Karte des nördlichen Teils von Deuteronilus Mensae (MEX-H19-038)

Aus den Bildstreifen, die das Kamerasystem HRSC auf Mars Express aus verschiedenen Winkeln aufgenommen hat, berechnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR und der Freien Universität Berlin digitale Geländemodelle der Marsoberfläche. Dabei birgt jeder Bildpunkt eine Höheninformation in sich. Die Farbkodierung des digitalen Geländemodells (Legende oben rechts) gibt Auskunft über die Höhenunterschiede in der Region: Die Hochflächen der frei in der Landschaft stehenden, zehn bis 30 Kilometer langen Tafelberge befinden sich etwa 2.000 Meter über der Tiefebene. Damit sind sie etwa doppelt so hoch wie der Tafelberg in Kapstadt (Südafrika). Die Höhenangaben reichen von minus 4000 Meter (blau) bis minus 2.000 Meter (rot). Das bedeutet, dass diese Übergangszone bei etwa 40 Grad nördlicher Breite unterhalb des Bezugsniveaus, dem sogenannten Areoiden, liegt (von Ares, der griechischen Entsprechung des römischen Kriegsgottes Mars). Das Areoid ist eine berechnete Fläche gleicher Anziehungskraft undwird von den Wissenschaftlern auch Äquipotentialfläche genannt. Auf der Erde ist diese Bezugsfläche der Meeresspiegel.
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin – CC BY-SA 3.0 IGO. Mehr Info
 

Tafelberge und stark erodierter Krater in Deuteronilus Mensae (MEX-H19-039)

Nachdem das alte Hochland abgetragen wurde, blieben unterschiedlich große „Zeugenberge“ zurück. Ihre plateauartige Oberfläche repräsentieren die Überreste einer einstmals viel weiter nach Norden ausgedehnten Landoberfläche und „bezeugen“ somit die Höhe des ehemaligen Geländeniveaus. Vermutlich hat es mehrere Phasen von Vergletscherung gegeben. Manche Einschlagskrater in der Region, wie jener in der linken Bildhälfte, haben stark erodierte Ränder und wurden von verfrachtetem und abgelagertem Material komplett verfüllt. Nur noch ansatzweise ist dieser Krater als kreisrunde Struktur zu erkennen.
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin – CC BY-SA 3.0 IGO. Mehr Info
 

Spuren ehemaliger Vergletscherung in Deuteronilus Mensae (MEX-H19-040)

Das Gelände zwischen den Tafelbergen ist gleichmäßig von Ablagerungen bedeckt. Deren Oberflächentextur deutet stellenweise auf eine viskos kriechende, langsame Abwärtsbewegung eines Gemischs aus Schutt und Eis hin. Die Fließstrukturen, die in der Bildmitte zu sehen sind, ähneln mit Schutt bedeckten Gletschern, wie sie auf der Erde beispielsweise in der Antarktis vorkommen.
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin – CC BY-SA 3.0 IGO. Mehr Info
 

Deuteronilus Mensae, Mars: Übergangszone zwischen Hoch- und Tiefland (MEX-H19-041)

Die Mars-Region Deuteronilus Mensae (lat. für die „Tafelberge am zweiten Nil“) ist etwa so groß wie Deutschlands. Sie bildet einen markanten Übergang vom südlichen Hochland zu den ein- bis zweitausend Meter tiefer gelegenen Ebenen des Nordens an der sogenannten Dichotomiegrenze. Diese Übergangszone ist durch zahlreiche freistehende Tafelberge charakterisiert. Diese sind bei der nach Süden vordringenden Erosion übriggeblieben und stehen heute als ‚Zeugenberge‘ frei in der Landschaft. Die DLR-Stereokamera HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express scannte am 25. Februar 2018 während des Orbits 17.913 das Gebiet mit ihren neun quer zur Flugrichtung angeordneten Sensoren. Die erwähnten Landschaften befinden sich in dem dick umrandeten Rechteck. Es umfasst einen Geländeausschnitt von 170 mal 65 Kilometern.
Quelle: NASA/JPL (MOLA), FU Berlin. Mehr Info