Institut für Planetenforschung
Missionsarchiv
Photojournal
DLR Home
Bestandskatalog

Forschung

Öffentlichkeitsarbeit

Über die RPIF

Links

Site Map
 
 
 
   
   
   
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  

Einführung

Das Sonnensystem, in dem wir leben, ist nur eines unter vielen in unserem Weltall. Von den neun Planeten, die die Sonne umkreisen, wissen wir nur von der Erde mit Sicherheit, dass dort Leben möglich ist. Über Jahrmillionen hat sich auf der Erde das Leben in seiner Vielfalt entwickelt, doch erst seit gut 40 Jahren wagt der Mensch den Schritt ins All mit unbemannten und später auch bemannten Raumsonden zur Erkundung der Planeten und ihrer Monde, einschließlich der Erde.
 
Bereits in der Antike beobachteten die Astronomen Lichtpunkte, die sich inmitten der Sterne zu bewegen schienen. Sie nannten diese Objekte Planeten, was soviel wie "Wanderer" bedeutet, und sie gaben den einzelnen Objekten die Namen römischer Gottheiten:

  • Jupiter - der Göttervater
  • Mars - der Kriegsgott
  • Merkur - der Götterbote
  • Venus - die Göttin der Liebe und Schönheit und
  • Saturn - der Vater von Jupiter und Gott der Landwirtschaft.
 
Zu unserem Sonnensystem gehört eine Vielzahl unterschiedlicher Körper, die von Ansammlungen aus Staub und gefrorenem Wasser bis hin zu gigantischen Gasbällen reichen, die einen bis zu elfmal größeren Durchmesser als die Erde haben.
 
Alle Planeten umlaufen die Sonne in der gleichen Richtung und ihre Umlaufbahnen liegen alle in der gleichen Ebene. Diese Ebene der Planetenbewegung entspricht dem Äquator der Sonnenrotation. Die Achsen der Planeten weichen nur wenige Grad aus der Senkrechten zu dieser Ebene ab, mit Ausnahme von Uranus und Pluto, deren Achsen in dieser Ebene liegen.
Der Zwergplanet Pluto ist so weit von der Sonne entfernt, dass eine Umrundung 248 Jahre dauert. Merkur als der innerste Planet benötigt dafür nur 88 Tage. Kleine Körper haben häufig elliptische Bahnen. Kometen beispielsweise bewegen sich über die Jupiterbahn hinaus und kehren bis dicht an die Sonne zurück. So kehrt der Komet Halley alle 78 Jahre in das innere Sonnensystem zurück. Wenn die Erde auf ihrer Bahn in Regionen kommt, durch die ein Komet gezogen ist, treten periodische Meteorschauer auf. Diese sind ein spektakuläres Beispiel für die Bahnbewegung im Sonnensystem.
 
In Abhängigkeit von der Entfernung zur Sonne zeigt sich ein deutlicher Trend in der jeweiligen Masse und Zusammensetzung der einzelnen Planeten. Die terrestrischen Planeten (Merkur, Venus, Erde und Mars) im inneren Sonnensystem haben eine vergleichsweise geringe Masse und bestehen vorwiegend aus silikatischen Gesteinen und Metallen. Die großen Planeten des äußeren Sonnensystems (Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) haben im Gegensatz dazu eine viel größere Masse und bestehen vor allem aus Gasen (hauptsächlich Wasserstoff und Helium) und haben Monde, die zumeist aus Eis bestehen. Einige dieser Substanzen (wie Wasser, Methan, Ammoniak oder Stickstoff) kondensieren bei niedrigen Temperaturen, andere (wie Wasserstoff und Helium) bleiben unter fast allen natürlichen Bedingungen gasförmig.
 
Die Planeten unseres Sonnensystems haben zusammen über 145 Monde, die unterschiedliche Größen haben, von kleinen Trümmern bis hin zu Monden, die größer sind als der Erdmond. Viele Monde wurden erst durch Raumsonden entdeckt. Einige von ihnen besitzen eine Atmosphäre (Saturnmond Titan), andere haben ein Magnetfeld (Jupitermond Ganymed). Der Jupitermond Io ist der geologisch aktivste Körper im ganzen Sonnensystem. Unter der gefrorenen Kruste des Jupitermondes Europa vermutet man einen Ozean und Bilder vom Jupitermond Ganymed zeugen von Bewegungen der Eiskruste. Andere Monde wie der Saturnmond Phoebe oder die beiden Marsmonde Phobos und Deimos sind vielleicht von der Anziehungskraft der Planeten eingefangene Asteroiden.
 
Aktuelle Theorien zur Entstehung unseres Sonnensystems basieren alle auf der allgemein akzeptierten Vorstellung, dass die Sonne und die Planeten nahezu gleichzeitig aus einem protostellaren Nebel vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden. Dieser Nebel entstand durch den Kollaps einer interstellaren Staubwolke. Die Kombination von gravitativer Anziehung zwischen den einzelnen Teilchen, das durch den Kollaps erzeugte Drehmoment und andere Kräfte führten zu der heutigen Anordnung und Bewegung innerhalb des Sonnensystems. Die beobachtete Zusammensetzung der Planeten lässt annehmen, dass die Planetenentstehung von der Akkretion fester Teilchen dominiert war. Die innneren vier terrestrischen Planeten entstanden direkt durch den Prozess der Akkretion, beginnend mit Silikat- und metallischen Staubteilchen in einer Region, in der aufgrund der Temperatur Eispartikel lange nicht vorkamen. Im äußeren Sonnensystem dagegen kondensierten die leichteren Elemente zu Eis. Daraus bildeten sich feste Körper, die heute die festen eisreichen Kerne der äußeren Planeten bilden. Bei Jupiter und Saturn haben die massiven Kerne viel des ursprünglichen interstellaren Gases eingefangen und die heute zu beobachtende Atmosphäre ausgebildet.
 
Die aktuellen Theorien sagen aber auch, dass die Entstehung des Sonnensystems nicht einzigartig oder besonders bemerkenswert ist. Ähnliche Bedingungen finden wir auch bei Sternen, die gerade im Entstehen sind. Inzwischen kennen wir über 300 extrasolare Sonnensysteme mit Planeten und die ständig verbesserten Beobachtungsmethoden werden zur Entdeckung unzähliger weiterer Planetensysteme führen.

 
© DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin 
Redaktion: Susanne Pieth 
WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier 
Erstellt: 01.09.1998
Letzte Änderung: 07.06.2017