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Einführung1781 entdeckte Herschel den siebten Planeten in unserem Sonnensystem, der bald darauf den Namen Uranus erhielt. Vermutlich ist der Planet aber schon früher gesehen worden, da seine Helligkeit gerade an der Sichtbarkeitsgrenze des bloßen Auges liegt. Fünf größere Monde umkreisen Uranus; 1977 wurden mit Hilfe einer Sternbedeckung von einem Flugzeugteleskop aus fünf Ringe entdeckt, deren Zahl inzwischen auf 13 angewachsen ist. Gut ein Menschenleben, 84 Jahre, braucht Uranus, um die Sonne einmal zu umrunden. Der Planet ist doppelt so weit wie Saturn und viermal weiter als Jupiter von der Sonne entfernt (~20 AE) und empfängt demzufolge pro Flächeneinheit vier- bzw. sechzehnmal weniger Sonnenenergie als seine größeren Geschwister. Auch besitzt Uranus keine innere Wärmequelle und unterscheidet sich darin wesentlich von Jupiter und Saturn. Da die Rotationsachse des Planeten mit einer Inklination von 98° fast parallel zur Bahnebene liegt, rollt der Planet gewissermaßen auf seiner Bahn entlang und hat verglichen mit anderen Planeten ungewöhnliche Jahreszeiten: Jeweils 21 Jahre lang wird der Nord- bzw. Südpol des Planeten von der Sonne intensiv beschienen; weitere 2 x 21 Jahre lang bekommen die Äquatorzonen und mittleren Breiten des Planeten mehr Sonnenenergie ab. Die relativ ungleich lange Dauer der Sonneneinstrahlung sollte in den verschiedenen Planetenbreiten zu einer großen Dynamik der Atmosphäre führen, was aber nach den Voyager-Messungen offenbar nur für die allerobersten Atmosphärenschichten des Planeten zutrifft, in denen man Wolkenbewegungen mit vorwiegend zonaler Zirkulation nachweisen konnte. 15 Erdmassen müsste man in einem 64fachen Erdvolumen unterbringen, wollte man die Dimensionen und Masse des Uranus mit Erdkugeln modellieren. Sein innerer Aufbau gleicht in erster Näherung dem des Jupiters und des Saturns. Anders als diese enthalten aber die obersten Schichten einen merklichen Anteil an Methan (CH4), welches dem Planeten das blau-grünliche Aussehen verleiht. Ausgeprägte Wolkenbänder und -strukturen fehlen auf Uranus; trotzdem gelang es 1986 während des Voyager 2-Vorbeifluges, die Rotationsdauer des Planeten zu 17,3 h zu bestimmen. Zudem stellte man beim Vorbeiflug ein relativ starkes Magnetfeld fest, dessen Achse mit der Rotationsachse einen Winkel von 60° einschließt. Die 13 schmalen Ringe, die allesamt in der Äquatorebene liegen, sind 39.000 bis 97.000 km vom Planetenzentrum entfernt. Die Ringe reflektieren nur knapp 5% des auftreffenden Sonnenlichtes und sind somit sehr dunkel, farblos und enthalten möglicherweise einen hohen Anteil Kohlenstoff.
UranusmondeUranus hat fünf schon länger bekannte größere Monde: Miranda, Ariel, Umbriel, Oberon, Titania und zehn weitere relativ kleine Satelliten: Cordelia, Ophelia, Bianca, Cressida, Desdemona, Juliet, Portia, Rosalind, Belinda und Puck, die von Voyager entdeckt wurden. In den letzten Jahren wurden noch weitere Monde entdeckt: Caliban, Stephano, Sycorax, Prospero, Setebos und Trinculo, sowie die winzigen Trabanten Francisco, Margaret, Ferdinand, Perdita, Mab und Cupid. Insgesamt sind bisher 27 Monde bekannt. Miranda ist der innerste und der kleinste der bisher bekannten Monde. Seine Oberfläche ist erstaunlich vielfältig gegliedert und weist Krater, gefurchtes Gelände, Böschungen, Brüche und große Ringformationen auf. Ariel ist der zweite Uranusmond. Die Oberfläche zeigt viele Krater, was auf ein hohes Alter hinweist. Ariels Oberfläche ist die hellste und geologisch jüngste im Uranussystem. Umbriel ist der drittgrößte Uranusmond. Seine Oberfläche ist relativ dunkel mit nur wenigen hellen Stellen. Titania, der größte Uranusmond, hat eine mit Einschlagskratern bedeckte Oberfläche. Sie weist auffällige, gerade Einsenkungen oder Verwerfungstäler auf, die hunderte Kilometer lang sein können. Oberon, der äußerste der Uranusmonde hat wie Titania eine mit Einschlagskratern bedeckte Oberfläche. Einige Krater weisen in ihrem Inneren dunkles Material unbekannten Ursprungs auf.
Bergstralh, Jay T. (Ed.): Voyager 2 Uranus Encounter Timeline (Jan. 21 to Jan. 29, 1986). Pasadena, CA: NASA, 1986 Voyager 2. - In: Science, Vol. 233, July 1986 (Special Issue) Voyager at Uranus: 1986. - Pasadena, CA: NASA, 1985. To Uranus and beyond. - Pasadena, CA: NASA, 1987. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © DLR, Regional Planetary Image Facility, Rutherfordstr. 2, D-12489 Berlin Redaktion: Susanne Pieth WWW-Bearbeiter: Susanne Pieth, Carsten Keller, Susann Lier Erstellt: 01.09.1998 Letzte Änderung: 08.02.2012 |
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