Seit etwa 1980 wurden gezielte Suchprogramme vor allem an Sternwarten in den USA durchgeführt. Die Erfindung von Digitalkameras mit CCD-Detektoren und deren Verwendung in der Astronomie haben entscheidend zur Entdeckung einer großen Zahl von Asteroiden beigetragen. Nicht nur viele kleine lichtschwache Objekte konnten gefunden werden, sondern auch die Bearbeitung der Bilder konnte jetzt direkt nach der Aufnahme im Computer er- folgen. Ein Vergleich der gemessenen Positionen auf mehreren, zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommenen Bildern erlaubt es, Asteroiden als bewegte Objekte zu identifizieren.

Vier Beispiele für neue Asteroiden, die durch die systematische Suche in Archivaufnahmen des Hubble Space Telescope gefunden wurden. (© R. Evans and K. Stapelfeldt (JPL) and NASA)Vier Beispiele für neue Asteroiden, die durch die systematische Suche in Archivaufnahmen des Hubble Space Telescope gefunden wurden. (© R. Evans and K. Stapelfeldt (JPL) and NASA)Im Jahr 2000 waren über 100.000 Asteroiden bekannt und heute, im Jahr 2020, sind es schon über 960.000. Dies führte zwangsläufig auch zur Entdeckung einer großen Zahl von erdnahen Asteroiden: zur Jahrtausendwende waren 1000 NEAs identifiziert, heute sind es über 23.000. Auch das DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin beteiligt sich an den Suchprogrammen und arbeitet eng mit Sternwarten in Frankreich, Schweden und Italien zusammen. Zwischen 1996 und 2002 wurden dabei 4000 Asteroiden entdeckt.

Neben der Entdeckung liefern weltweite Beobachtungskampagnen Messdaten, die eine Bestimmung der Rotationseigenschaften und der Form der Körper erlauben. Messungen in verschiedenen Wellenlängen ermöglichen die Farbe der Oberfläche zu bestimmen und darüber hinaus auch Aussagen über die Oberflächenbeschaffenheit und die mineralogische Zusammensetzung zu treffen.