Der Zwergplanet Ceres, das größte Objekt im Asteroidengürtel, enthält etwa 25 Prozent der Masse des gesamten Asteroidengürtels und hat eine kugelförmige Gestalt. Trotzdem hat Ceres eine relativ geringe Dichte, was darauf hindeutet, dass der Körper zu größeren Teilen aus leichten Materialien wie Wassereis besteht.

Der Krater Haulani auf Ceres mit Zentralberg und abgerutschtem Material am Kraterrand, farbverstärkte Ansicht. (© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)Der Krater Haulani auf Ceres mit Zentralberg und abgerutschtem Material am Kraterrand, farbverstärkte Ansicht. (© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)Eine wichtige Entdeckung der Raumsonde Dawn mehr als 130 weißen Flecken, die sich in den meisten Fällen in oder in der Nähe von Einschlagskratern befinden und im starken Kontrast zur allgemeinen dunklen Oberfläche des Zwergplaneten stehen. Ein besonders auffälliger heller Fleck wurde im Krater Occator entdeckt. Hier scheint der Kraterboden kollabiert zu sein und helles Material freigelegt zu haben. Eine mögliche Erklärung für die weißen Flecken könnte eine Schicht im Untergrund sein, die aus einer Mischung von Salzen und Wassereis besteht. Einschläge von Asteroiden und Kometen könnten die dunkle Oberfläche durchbrochen und Materialien aus der eisigen Schicht freigesetzt haben. Die Sublimation des nun gegenüber dem All exponierten Wassereises könnte zeitweise eine dünne Atmosphäre erzeugen, deren Existenz tatsächlich anhand von Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Herschel abgeleitet wurde.

Der Berg Ahuna Mons auf Ceres ist eine relativ junge Struktur, was man an den glatten kraterlosen Flanken erkennen kann. (© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)Der Berg Ahuna Mons auf Ceres ist eine relativ junge Struktur, was man an den glatten kraterlosen Flanken erkennen kann. (© NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)Ceres zeigt damit im Vergleich zu Vesta eine relativ aktive Oberfläche. Dies wird an einem besonderen Beispiel deutlich: der 18 Kilometer breite Berg Ahuna Mons, der in der Nähe des Äquators sechs Kilometer aus seiner Umgebung herausragt, zeigt auf beeindruckende Weise, dass es Prozesse auf Ceres gibt, die auch heute noch Material aus dem Inneren des Körpers zur Oberfläche transportieren und vulkanähnlich ablagern. Zwar kann der Entstehungsprozess von Ahuna Mons, ähnlich wie bei der Entstehung von Bergen auf der Erde, nicht direkt beobachtet werden, aber die glatten und einschlagsfreien, steilen Flanken sind ein Zeichen für sein junges Alter und bisher einmalig im Asteroidengürtel.