Callisto, der äußerste der vier Galileischen Monde, hat einen Durchmesser von 4819 Kilometern und ist damit nur wenig kleiner als der innerste Planet Merkur. Er hat mit 1834 kg/m3 die niedrigste mittlere Dichte der vier großen Jupitermonde. Zusammen mit seinem großen Durchmesser deutet das darauf hin, dass auch Callisto große Mengen an Wassereis enthält.

Das alte Multiringbecken Asgard auf Callisto. (© NASA/JPL)Das alte Multiringbecken Asgard auf Callisto. (© NASA/JPL)Auf der geologisch nur wenig entwickelten Oberfläche von Callisto gibt es mehr Krater als auf den anderen drei Galileischen Monden. So blieben einige große, sehr alte Einschlagsbecken erhalten. Häufig sind sie von mehreren konzentrischen und furchenförmigen Ringen umgeben. Valhalla ist mit einem Gesamtdurchmesser aller Ringe von 4500 Kilometern das größte dieser Becken. In Bildern mit hoher Auflösung erkennt man überall auf der Oberfläche Callistos eine dunkle, pulverartige Deckschicht. Sie entstand mit hoher Wahrscheinlichkeit durch einen Abtragungsprozess, wobei leichtflüchtigere Bestandteile der Eiskruste Callistos, z.B. gefrorenes Kohlendioxid, durch die Sonneneinstrahlung sublimierten, so dass sich ein dunklerer Rückstand aus anderen Bestandteilen wie Kohlenstoffverbindungen oder Silikaten auf der Oberfläche anreichern konnte. Bei Callisto handelt es sich heute um einen geologisch inaktiven Körper. Magnetfeldmessungen der Raumsonde Galileo lassen jedoch die Interpretation zu, dass auch unter der Eiskruste der großen Eismonde Ganymed und Callisto Ozeane existieren könnten. Im Vergleich zu Europas Ozean lägen diese jedoch deutlich tiefer unterhalb einer Eisschicht von etwa 100 Kilometern.