Jupiter besitzt außerdem ein äquatoriales Ringsystem, das aus drei einzelnen Ringen besteht. Es ist extrem dunkel und wurde erst beim Vorbeiflug von Voyager 1 im März 1979 entdeckt, konnte aber nachträglich in älteren Messdaten der Sonde Pioneer 11 von ihrem Jupiter- vorbeiflug 1974 ebenfalls identifiziert werden.

Jupiters Hauptring im sichtbaren Licht. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich die Sonne direkt hinter Jupiter. (© NASA/JPL)Jupiters Hauptring im sichtbaren Licht. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich die Sonne direkt hinter Jupiter. (© NASA/JPL)Das Ringsystem besteht aus drei Teilen: einem Hauptring mit einem Durchmesser von ca. 6000 Kilometern und einer Dicke von weniger als 30 bis 100 Kilometern, in dem die beiden kleineren Monde Metis und Adrastea kreisen. Der Ring besteht aus kleinen, nur mikrometergroßen Staubteilchen aus Silikaten und Kohlenstoffverbindungen. Der Hauptring ist ober- und unterhalb der Ringebene von einem Halo umgeben, der die Form eines Torus von 20.000 bis 40.000 Kilometer Dicke besitzt. Den dunkelsten Teil des Jupiter-Ringsystems bilden die beiden so genannten Gossamerringe außerhalb des Hauptrings, deren innerer sich etwa bis zur Bahn des Mondes Amalthea und deren äußerer sich bis zur Bahn des Mondes Thebe erstreckt. Die Gossamerringe sind etwa um den Faktor 30 lichtschwächer als der Hauptring. Als Quelle der Ringpartikel werden zum einen das vulkanische Auswurfmaterial von Io vermutet, vor allem aber die kleinen inneren Monde. Material, das durch das Bombardement von Mikrometeoriten aufgewirbelt und dabei zum Teil so stark beschleunigt wird, dass es diese massearmen Monde nicht an sich binden können, gelangt so als Ringmaterial in eine Umlaufbahn um Jupiter und landet teilweise auf anderen Monden.