Heute wissen wir, dass es sich bei den Kometen um kleine Körper von einigen hundert Metern bis einigen zehn Kilometern Durchmesser handelt. Ihre ursprüngliche Heimat sind die fernen Zonen des Sonnensystems – dort, wo es extrem kalt ist. Im Sonnensystem gibt es zwei bedeutende Kometenreservoirs: Zum einen ist dies die Region der so genannten Transneptunischen Objekte (TNOs), zu denen auch Pluto gezählt wird und die sich in einem Torus außerhalb der Neptunbahn bis zu ungefähr 100 Astronomische Einheiten (AE) aufhalten. Dieser „Schlauch“, der die Neptunbahn umgibt, ist die Quellregion von kurzperiodischen Kometen, die Umlaufzeiten um die Sonne von bis zu 200 Jahren und gegenüber der Ekliptik nur wenig geneigte Bahnen haben. Diese Zone wird auch Kuipergürtel genannt.

Komet Hale-Bopp mit Staubschweif (weiß) und Plasmaschweif (blau), aufgenommen im April 1997. (© Observatory Slovenia)Komet Hale-Bopp mit Staubschweif (weiß) und Plasmaschweif (blau), aufgenommen im April 1997. (© Observatory Slovenia)Noch viel weiter ins All erstreckt sich das größere kugelförmige Kometenreservoir der Oortschen Wolke. Diese dehnt sich in einem Sonnenabstand von über tausend AE bis zu mehr als 60.000 AE aus, also etwa einem Lichtjahr (und vielleicht sogar noch weiter), und bildet so gewissermaßen die Grenze des Sonnensystems. Der holländische Astronom Jan Hendrik Oort erkannte, dass die langperiodischen Kometen – solche, die Umlaufzeiten von mehr als 200 Jahren haben oder sogar nur einmal in Sonnennähe auftauchen – aus allen Richtungen ins innere Sonnensystem gelangen und ihr Ursprungsgebiet folglich die Sonne kugelförmig umgeben muss. Die Oortsche Wolke beherbergt vermutlich Billionen von Kometenkernen, die ursprünglich auch aus der Region der äußeren Planeten stammen und dann durch gravitative Wechselwirkungen in die Oortsche Wolke hinaus drifteten. Zum Teil könnten sie aber auch aus der Milchstraße eingefangen worden sein, ihren Ursprung also außerhalb des Sonnensystems haben. Die Gesamtmasse all dieser Körper könnte bis zum Zehnfachen der Erdmasse betragen.