Bei Betrachtung der Oberfläche des Mondes fallen zwei deutlich unterschiedliche Gebiete auf: Zum einen das helle Hochland, das über 80 Prozent einnimmt, und zum anderen die dunkleren Maregebiete, die knapp 20 Prozent ausmachen. Das Hochland besteht aus kalzium- und aluminiumreichen Feldspäten, einer auch auf der Erde weit verbreiteten Mineralgruppe. Die Mare hingegen bestehen aus dunklen vulkanischen Gesteinen. Das Hochland ist auch mit wesentlich mehr Einschlagskratern übersät, woraus sich ein höheres Alter dieser Oberflächeneinheiten ableiten lässt. Mithilfe spektraler Messungen aus dem Mondorbit und mit Teleskopen konnte die mineralogische bzw. geochemische Zusammensetzung der gesamten Mondkruste bestimmt werden.

Anblick der Mondoberfläche mit zahlreichen Kratern, aufgenommen von Apollo 8, im Vordergrund der 72 Kilometer große Krater Goclenius, benannt nach dem deutschen Physiker Rudolf Gockel. (© NASA)Anblick der Mondoberfläche mit zahlreichen Kratern, aufgenommen von Apollo 8, im Vordergrund der 72 Kilometer große Krater Goclenius, benannt nach dem deutschen Physiker Rudolf Gockel. (© NASA)Die Maregebiete sind vulkanischen Ursprungs und finden sich hauptsächlich auf der erdzugewandten Seite. Sie sind jünger als die Hochländer und füllen vor allem die riesigen kreisrunden Becken, die durch die Einschläge von Asteroiden entstanden sind. Der Umstand, dass sich auf der Mondvorderseite eine größere Zahl der großen Impaktbecken mit basaltischer Lava füllen konnte als auf der Rückseite des Mondes, ist darauf zurückzuführen, dass die Mondkruste auf der erdabgewandten Seite wesentlich dicker ist und so den Austritt von Magma aus dem Mondmantel erschwerte.