Nach dem Ende der Apollo-Ära mit sechs geglückten Mondlandungen zwischen 1969 und 1972, die vor allem bei den drei mehrtägigen, mobilen J-Missionen Apollo 15, 16 und 17 eine enorme Menge an Messdaten, Fotos und vor allem etwa 300 der insgesamt fast 400 Kilogramm an Gesteins- und Mondstaubproben geliefert hatten, folgten zwei Jahrzehnte intensiver Auswertung der Missionsergebnisse.

Blick zum nördlichen Rand des Kraters Cabeus, aufgenommen vom Lunar Reconnaissance Orbiter, Ziel der Sonde LCROSS, die dort 2009 eingeschlagen ist. (© NASA/GSFC/ASU)Blick zum nördlichen Rand des Kraters Cabeus, aufgenommen vom Lunar Reconnaissance Orbiter, Ziel der Sonde LCROSS, die dort 2009 eingeschlagen ist. (© NASA/GSFC/ASU)Erst zu Beginn der 1990er-Jahre kam es durch zwei Vorbeiflüge der NASA-Raumsonde Galileo an Erde und Mond auf ihrem Weg zum Jupiter zu neuen, hochwertigen Beobachtungen, erstmals auch mit modernen digitalen Fernerkundungsinstrumenten. Noch vor der Jahrhundertwende folgten mit den amerikanischen Orbitern Clementine und Lunar Prospector weitere bedeutende Missionen. Nach 2000 verfolgten die NASA-Sonden GRAIL, LCROSS und LADEE außergewöhnliche, stärker geophysikalische orientierte wissenschaftliche Ziele. Japan erzielte mit dem Orbiter Kaguya-SELENE einen bedeutenden Erfolg für die eigene Raumfahrt, aber auch die internationale Mondforschung. Dies gilt teilweise auch für die indische Raumfahrt mit den Orbitern Chandrayaan-1 und -2. Europa beteiligte sich mit dem Technikdemonstrator SMART-1 an der Exploration des Mondes. Seit 2007 ist auch China sehr erfolgreich, zunächst mit den Orbitern Chang’e 1 und 2, vor allem dann aber mit den Landesonden Chang’e 3 (Mondvorderseite) und Chang’e 4 (erstmals Landung auf der Mondrückseite). Die wissenschaftlich weitaus erfolgreichste moderne Mission ist seit 2009 der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA, der die fotografische Datengrundlage der Mondkartierung, die hauptsächlich noch auf Aufnahmen der Lunar-Orbiter-Missionen (1966-1967), der Apollo-Missionen und dem Clementine-Orbiter beruhte, völlig überholte und den „Goldstandard“ der Kartierung des Mondes darstellt.