Im Juli 2005 gab Michael E. Brown vom California Institute of Technology die Entdeckung eines Objekts aus dem Kuipergürtel bekannt, das mit 2272 Kilometern Durchmesser fast so groß ist wie Pluto. Nach der provisorischen Bezeichnung 2003 UB313 erhielt dieses Objekt den Namen Eris nach der griechischen Göttin der Zwietracht und des Streits. Sein Mond S/2005 (2003 UB313) 1 wurde nach Eris‘ Tochter und dem Dämonen der Ungesetzlichkeit Dysnomia benannt.

Zwergplanet Makemake und sein Mond MK 2, künstlerische Darstellung. © NASA, ESA, and A. Parker (SwRI)Zwergplanet Makemake und sein Mond MK 2, künstlerische Darstellung. © NASA, ESA, and A. Parker (SwRI)Diese neuen Beobachtungen von Eris beruhen auf Messungen der Wärmeabstrahlung, deren Werte ähnlich wie bei Pluto sind. Das ermöglichte die Bestimmung der Größe von Eris. Der Körper ist auch insofern bemerkenswert, weil sich dieser Zwergplanet auf seiner sehr lang gestreckten und um 44 Grad geneigten Bahn zur Zeit in einer Entfernung von 96 Astronomischen Einheiten etwa an dem von der Sonne am weitesten entfernten Punkt – dem Aphel – befindet. Im sonnennächsten Punkt der Bahn – dem Perihel – wird der Abstand zur Sonne 38 Astronomische Einheiten betragen und seine Helligkeit etwa der Plutos entsprechen. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt Eris insgesamt 557 Jahre.

Der Zwergplanet und „Plutoid“ Makemake wurde 2005 entdeckt und umkreist die Sonne weit außerhalb der Umlaufbahn des Neptun. Er hat mit etwa 1600 Kilometern Durchmesser circa zwei Drittel der Größe von Pluto. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt Makemake ungefähr 310 Jahre, der Abstand zur Sonne beträgt zwischen sechs und acht Milliarden Kilometer (40 bis 53 Astronomische Einheiten). Makemake ist nach einer Schöpfergottheit der polynesischen Bevölkerung der Osterinseln benannt.

Seit September 2008 gehört auch Haumea zu den Zwergplaneten. Haumea wurde 2003 entdeckt. Seine äußere Form ähnelt einer dicken ovalen Zigarre mit einem Durchmesser, der dem von Pluto entspricht. Haumea rotiert ungewöhnlich schnell – in nur vier Stunden um die eigene Achse. Möglicherweise ist das der Grund für seine langgezogene Form. Haumea bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn außerhalb der Neptunbahn und wird von zwei Monden begleitet: Hi‘iaka und Namaka. Sie sind wie Haumea nach göttlichen Wesen der hawaiianschen Mythologie benannt.