Zum Inhalt springen Zur Navigation springen
Zeige Navigation

Merkur ist der innerste und kleinste Planet in unserem Sonnensystem. Aufgrund seiner Sonnennähe ist er von der Erde aus bestenfalls etwa zwei Stunden vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang zu sehen. In jeweils 217 Jahren zieht Merkur von der Erde aus gesehen 20-mal im November und neunmal im Mai als schwarzer Fleck über die helle Sonnenscheibe, das letzte Mal am 11. November 2019.

Globale Ansicht des Merkur in Echtfarbe, aufgenommen von der Sonde MESSENGER. Das Gebiet rechts oben im Bild ist das Innere des Caloris-Beckens. (© NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington)Globale Ansicht des Merkur in Echtfarbe, aufgenommen von der Sonde MESSENGER. Das Gebiet rechts oben im Bild ist das Innere des Caloris-Beckens. (© NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington)Merkurs Bahn ist stark elliptisch und infolgedessen gibt es einen großen Unterschied zwischen der Aphel- und Periheldistanz. Im Perihel, dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn, nähert sich der Planet der Sonne bis auf 46 Millionen Kilometer an (bezogen auf den Sonnenmittelpunkt), im Aphel, dem sonnenfernsten Punkt seiner Bahn, ist er 70 Millionen Kilometer von ihr entfernt. Die Bahn des Merkurs vollführt eine langsame Rechtsdrehung in ihrer Ebene um den gemeinsamen Schwerpunkt von Sonne und Merkur. Diese sogenannte „Periheldrehung“ führt dazu, dass der Merkur im Laufe der Zeit eine Art Rosettenbahn um die Sonne beschreibt. Die Drehung wird hauptsächlich durch die Störungen der anderen Planeten und die höheren Momente im Gravitationsfeld der Sonne verursacht. Ein geringer aber merklicher Anteil dieser Drehung kann allerdings nur mit Hilfe der allgemeinen Relativitätstheorie erklärt werden und ist einer der klassischen Beweise für Einsteins Theorie der gekrümmten Raumzeit.

Zwischen der Rotations- und der Orbitalperiode Merkurs besteht eine im Sonnensystem einzigartige Kopplung: während drei Rotationen um die eigene Achse umrundet Merkur zweimal die Sonne. Dies führt dazu, dass zwischen zwei Sonnenaufgängen auf dem Planeten 176 irdische Tage vergehen, obwohl die Rotationsdauer nur 59 irdische Tage beträgt. Aufgrund des langen Tag-Nacht-Zyklus heizt sich die Oberfläche auf der Tagseite durch die Sonneneinstrahlung enorm auf und strahlt ihre Wärme auf der Nachtseite direkt in den Weltraum ab. Im Gegensatz zu den anderen inneren Planeten Venus, Erde und Mars werden auftretende Temperaturunterschiede beim Merkur nicht durch Wärmetransport in einer Atmosphäre ausgeglichen. Die Oberflächentemperatur schwankt daher zwischen Extremwerten von −180 bis +430 Grad Celsius.