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Merkurs Oberfläche ist voller Einschlagskrater in allen Größen, wie man sie vom Mond her kennt. Die imposanteste Oberflächenstruktur ist das Caloris-Becken mit einem Durchmesser von 1550 Kilometern. Der für diesen Einschlag verantwortliche Körper scheint mit einer enormen Wucht aufgeprallt zu sein, sodass man noch auf der gegenüberliegenden Hemisphäre die Auswirkungen der im Planeten fokussierten Schockwellen glaubt erkennen zu können.

Vulkanismus war auch auf Merkur weit verbreitet. Das Bild zeigt ausgedehnte Ebenen erstarrter Lavaflüsse, Fließfronten, und von Lava geflutete Krater nahe dem Nordpol. (© NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington)Vulkanismus war auch auf Merkur weit verbreitet. Das Bild zeigt ausgedehnte Ebenen erstarrter Lavaflüsse, Fließfronten, und von Lava geflutete Krater nahe dem Nordpol. (© NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington)Ein Phänomen der Merkuroberfläche sind viele hunderte Kilometer lange Geländekanten, sogenannte „scarps“. Diese sind vermutlich ein Ergebnis einer globalen Kontraktion des Planeten um mehrere Kilometer infolge der Schrumpfung des Planetenkerns während der Abkühlphase. Auch die Vermutung, dass es auf dem Merkur vor Milliarden von Jahren einen intensiven Vulkanismus gab, wurde inzwischen bestätigt. Aus langen Rissen quoll dünnflüssige basaltische Lava über die Oberfläche und füllte Senken und Kraterbecken auf. Mindestens fünf Prozent des Merkur sind von Lavaströmen bedeckt, ausgedehnte Lavadecken am Nordpol haben eine Mächtigkeit von bis zu zwei Kilometern. Der stellenweise starke Vulkanismus auf Merkur überrascht ein wenig, denn der Gesteinsmantel, in dem die Magmen hierfür erzeugt werden, hat bei einer Mächtigkeit von nur 600 Kilometern verhältnismäßig wenig Volumen.

Schon vor MESSENGER zeigten Radarbeobachtungen von der Erde aus, dass die Rotationsachse des Merkur nur geringfügig gegenüber der Bahnnormalen geneigt ist, und dass die Rotation des Planeten während seines Umlaufs um die Sonne zudem relativ große periodische Schwankungen (sogenannte „Librationen“) aufweist. Durch sorgfältige Positionierung von Höhenprofilen des -Laseraltimeters gelang es diese Beobachtung zu bestätigen. Erstaunlicherweise wurde weiterhin festgestellt, dass Merkur etwa neun Sekunden schneller rotiert als man ausgehend von der Kopplung der Rotations- und Orbitdauer berechnet hatte. Die Daten zur Rotation und die Beobachtungen des großräumigen Merkurschwerefeldes lassen den Schluss zu, dass der äußere feste Gesteinsmantel des Planeten durch eine geschmolzene, äußere Kernregion mechanisch vom festen, inneren Eisenkern entkoppelt ist. Durch die Existenz eines flüssigen äußeren Kerns wird die bereits seit längerem gehegte Vermutung gestützt, dass das schwache Merkurmagnetfeld durch einen aktiven Kerndynamo aufrechterhalten wird.