Zum Inhalt springen Zur Navigation springen
Zeige Navigation

Saturn wird von neun verhältnismäßig großen Monden umkreist, von innen nach außen Mimas, Enceladus, Tethys, Dione, Rhea, Titan, Hyperion, Iapetus und Phoebe, die alle schon bekannt waren, bevor Pioneer 11 als erste Raumsonde im Jahr 1979 an Saturn vorbeiflog. Zuvor, im Jahre 1966, wurde von dem französischen Astronomen Audouin Dollfus außerhalb des A-Rings und innerhalb der Mimasbahn vermeintlich ein weiterer Mond entdeckt. Er erhielt den Namen Janus. Erst 1978 wurde deutlich, dass es sich dabei um zwei Monde auf nahezu ein- und derselben Umlaufbahn handelte, um so genannte koorbitale Monde. Der zweite Mond erhielt den Namen Epimetheus und hat einen mittleren Durchmesser von 113 Kilometern (Janus: ca. 180 Kilometer). Die beiden koorbitalen Monde „teilen“ sich gewissermaßen einen Orbit und tauschen ihre Umlaufbahnen alle vier Jahre.

Saturn und seine großen Monde, nicht maßstäblich – links unten Iapetus, weiter von links oben nach rechts unten Enceladus, Dione, Rhea und Tethys, links oberhalb der Bildmitte Hyperion, rechts davon Mimas und der von seiner Atmosphäre eingehüllte Titan. (Einzelbilder: © NASA/JPL/Space Science Institute, Montage: DLR)Saturn und seine großen Monde, nicht maßstäblich – links unten Iapetus, weiter von links oben nach rechts unten Enceladus, Dione, Rhea und Tethys, links oberhalb der Bildmitte Hyperion, rechts davon Mimas und der von seiner Atmosphäre eingehüllte Titan. (Einzelbilder: © NASA/JPL/Space Science Institute, Montage: DLR)Pan, Atlas, Prometheus und Pandora sind einige der so genannten Ringe-Schäfermonde, die bei den Vorbeiflügen von Voyager 1 und 2 entdeckt wurden. Vor dem Vorbeiflug von Voyager 1 entdeckte man bereits mit Teleskopen die beiden kleinen Monde Telesto und Calypso, die als so genannte Lagrangesche Monde oder „Trojaner“ auf derselben Bahn wie Tethys kreisen, jedoch um einen Winkel von 60° (bezogen auf Saturn im Kreiszentrum) Tethys voran bzw. nachlaufen. Im selben Jahr fand man ebenfalls auch einen Trojaner des Mondes Dione, der Helene benannt wurde und 60° vor Dione um Saturn kreist. Die Oberfläche des Lagrangeschen Mondes Helene ist geprägt von großen alten Einschlagskratern, bedeckt von einer staubartigen Substanz, die die Kraterränder teilweise überdeckt. Der genaue Prozess der Entstehung des Materials ist noch nicht vollständig verstanden.

In den letzten Monaten vor dem Abschluss der Cassini-Mission, die am 15. September 2017 mit einem kontrollierten Absturz in die Saturnatmosphäre endete, kam die Cassini-Sonde nicht nur den Ringen sondern auch einigen der Schäfermonde sehr nahe. Dabei gelangen spektakuläre Aufnahmen dieser Monde und ihrer gravitativen Wirkung auf die Ringteilchen. Die Monde weisen teilweise eine sehr ungewöhnliche Untertassenform auf, bedingt durch einen äquatorialen Rücken. Es wird vermutet, dass diese Rücken durch Akkumulation von Ringeteilchen entstanden.

Die Zahl der derzeit bekannten Saturnmonde, einschließlich der neun größeren, der beiden koorbitalen und der Schäfermonde beträgt 83 (Stand Juli 2020). Die weitaus meisten dieser Monde wurden seit 1980 entdeckt, zum einen von Cassini aber auch mit Hilfe erdgestützter Teleskope. Noch nicht alle sind bisher benannt. Zudem scheinen sich innerhalb der Ringe weitere, noch unbekannte und auf Bildern nicht auflösbare Monde zu befinden, die sich lediglich in ihrer Wirkung auf die Ringteilchen bemerkbar machen. Derartige Strukturen wurden als „Propeller“ bezeichnet und nach Piloten der jüngeren Zeitgeschichte benannt.