Zum Inhalt springen Zur Navigation springen
Zeige Navigation

Dione und Rhea wurden 1684 ebenfalls von Cassini entdeckt. Die beiden benachbarten Monde sind der jeweils viert- und zweitgrößter Mond des Saturns (1124 km bzw. 1528 km Durchmesser). Mit seiner mittleren Dichte von 1470 kg/m3 gehört Dione mit Titan, Phoebe und Enceladus zu den massereicheren Eismonden des Saturns. Rhea dagegen besteht mit seiner niedrigeren Dichte von 1230 kg/m3 hauptsächlich aus Wassereis.

Blick auf die Kante des Ringsystems mit den Monden Dione (links) und Rhea (rechts). (© NASA/JPL/Space Science Institute)Blick auf die Kante des Ringsystems mit den Monden Dione (links) und Rhea (rechts). (© NASA/JPL/Space Science Institute)Diones Oberfläche ist nach der von Enceladus und Titan geologisch am weitesten entwickelt: Die Oberfläche zeigt Regionen mit vielen Kratern, die ein hohes Alter anzeigen, und Gegenden, in denen es deutlich weniger Krater gibt. Starke tektonische Kräfte haben die Kruste deformiert und geradlinig verlaufende Bergrücken und Bruchstrukturen hinterlassen. Nahe dem Südpol befindet sich das mehrere hundert Kilometer große Evander-Becken. Die der Umlaufbewegung abgewandte Hemisphäre zeigt ein markantes Netz tektonischer Brüche unterschiedlicher Orientierung, die zu jeweils verschiedenen Zeiten entstanden sind. Die Oberfläche von Rhea ist der von Dione ähnlich, allerdings ist Rhea geologisch weniger entwickelt. Auffallend ist, dass die in Bewegungsrichtung um den Saturn vorausgehende Hemisphäre mit mehr Kratern übersät ist als die gegenüberliegende Halbkugel. Hier gibt es mehrere sehr große, hundert und mehr Kilometer durchmessende Einschlagsbecken. In dieser Hemisphäre liegt auch der auffallende helle, vermutlich junge Strahlenkrater Inktomi. Die der Bahnbewegung abgewandte Hemisphäre ist, ähnlich wie bei Dione, von langgestreckten Brüchen durchzogen, die zumeist in Nord-Süd-Richtung orientiert sind. An den hellen Steilhängen dieser parallelen Brüche ist sowohl auf Dione als auch auf Rhea frisches Wassereis aufgeschlossen, was auf den räumlich niedriger aufgelösten Voyager-Bildern nicht erkannt werden konnte und deshalb zunächst auf beiden Satelliten den Eindruck eines dichten Netzes feiner und sehr heller Filamente weitgehend unbekannter Herkunft entstehen ließ. Im Vergleich zu Dione erlebte Rhea eine deutlich weniger wechselvolle tektonische Geschichte, die Aktivität dieses Mondes dürfte deshalb früher zum Erliegen gekommen sein.