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Seit seiner Entdeckung im Jahr 1930 galt Pluto mit einer mittleren Entfernung zur Sonne von 39,4 Astronomischen Einheiten (etwa sechs Milliarden Kilometer) bis 1992 als der äußerste Planet des Sonnensystems. Heute aber wissen wir, dass es außer Pluto noch viele weitere „Planeten“ mit Umlaufbahnen jenseits der Neptunbahn gibt. Anscheinend ist Pluto nur das zuerst entdeckte Mitglied einer neuen Klasse von eisigen Objekten, die unser Zentralgestirn in den extrem kalten äußeren Regionen des Sonnensystems umrunden.

Künstlerische Darstellung eines Objektes im Kuipergürtel. (© NASA, ESA, and G. Bacon (STScI))Künstlerische Darstellung eines Objektes im Kuipergürtel. (© NASA, ESA, and G. Bacon (STScI))Die Existenz eines solchen Gürtels von Kleinplaneten wurde zuerst 1930 von Frederick C. Leonard und 1943 von Kenneth E. Edgeworth vorhergesagt. Erst später, als Folge einer 1951 veröffentlichten Forschungsarbeit, wurde der Name des aus den Niederlanden stammenden Wissenschaftlers Gerard P. Kuiper in Zusammenhang mit dem Gürtel gebracht. Nach der Entdeckung des ersten Objekts dieser Klasse, 1992 QB1, wurde der Gürtel „Kuiper Edgeworth Belt“ getauft, in verkürzter Form meist nur „Kuipergürtel“ genannt.

Die Objekte des Kuipergürtels heißen auf Englisch „Kuiper-Belt Objects“ (KBOs). Der Name ist aber umstritten, weshalb viele Wissenschaftler die Bezeichnung „Trans-Neptunian Objects“ (TNOs) bevorzugen. Die TNOs sind wahrscheinlich übriggebliebene Kleinplaneten oder Bruchstücke aus der Zeit der Planetenentstehung. Nach der heutigen Theorie gehören sie zu den ersten Objekten, die vor 4,5 Milliarden Jahren aus der Gas- und Staubscheibe um die neu entstandene Sonne kondensiert sind. Kollisionen zwischen solchen primitiven Kleinkörpern, den Planetesimalen, haben nach und nach zum Aufbau der Planeten geführt. Deswegen kann man die TNOs als heute noch in unveränderter Zusammensetzung existierendes, ursprüngliches Baumaterial der Planeten betrachten.