Pluto selbst gehört, so die heutige Einschätzung, zu den TNOs. Geriete Pluto in die Nähe der Sonne, würde er wahrscheinlich zu einem riesigen Kometen werden. Da die Umlaufperiode von Pluto aber in einer 2:3-Resonanz zu einem Sonnenumlauf von Neptun steht, ist die Plutobahn sehr stabil.
Kuipergürtel-Objekt Sedna in einer künstlerischen Darstellung, die Sonne ist hier als heller Stern dargestellt. (© NASA/JPL-Caltech)Ähnliche dynamische Verhältnisse gelten für hunderte von anderen TNOs mit Durchmessern größer als 100 Kilometer, die „Plutinos“ getauft wurden. Entdeckungen der letzten Jahre belegen, dass es Objekte gibt, die sich in Entfernungen von hunderten von Astronomischen Einheiten (1 AE entspricht etwa 150 Millionen Kilometern) um die Sonne bewegen. Der bislang größte Körper ist Sedna, ein Kleinplanet, der 2003 entdeckt wurde. Infolge seiner großen Distanz zur Sonne von etwa 87 AE sind Beobachtungen des Objekts allerdings sehr schwierig und sein geschätzter Durchmesser von etwa 1500 Kilometern ist mit großer Unsicherheit verbunden. Trotzdem gilt als gesichert, dass Sedna nicht viel kleiner ist als Pluto, der einen Durchmesser von knapp 2400 Kilometern hat.
Sednas Ursprung ist rätselhaft. Vielleicht entstand das Objekt im Gebiet der großen Planeten und ist durch deren starke Schwerkraftwirkung aus dieser Zone hinaus geworfen worden. Einer anderen Theorie zufolge wurde Sednas Umlaufbahn in der Frühgeschichte des Sonnensystems durch nahe an der Sonne vorbeiziehende Sterne gestört, so dass sich Sedna heute in einer Art „Niemandsland“ zwischen dem Kuipergürtel und der Oortschen Wolke befindet. Andere Planetenforscher spekulieren sogar, dass Sedna von außerhalb unseres Sonnensystems stammen könnte.